Amüsiert lacht Werner Zimmermann auf, als die Assoziation im Raum steht, ein Kommissar ermittle nun im Seniorenbüro. Das sei doch eine schöne Vorlage für einen Krimi. Denn der 67-Jährige verbrachte seine Berufsjahre in den Diensten der Kriminalpolizei, in Erlangen, in Nürnberg und in Frankfurt. "Wenn hier in Herzogenaurach ein Tatort gedreht wird, dann bin ich der Kommissar im Seniorenbüro", reagiert er schlagfertig.

Rückkehr ins Breufsleben

Zimmermann übernimmt die Leitung des Seniorenbüros von Friedrich Speth. Dessen Zeitkontingent ist neuerdings dafür zu begrenzt. Der Senior befindet sich - in Ausbildung. Speth strebt einen Abschluss als Heilpraktiker für Psychotherapie an.
"Durch meine Seniorenbürostätigkeit habe ich erfahren, dass solches Wissen und solche Hilfe vielen älteren Menschen guttut", erklärt er seinen erneuten Start ins Berufsleben. Und Zimmermann ergänzt lachend: "Damit er mich anschließend heilen kann."
Zum fünften Mal haben die Herzogenauracher über 60 einen Seniorenbeirat gewählt. Genauer: Fünf Mitglieder bestimmt. Die andere Hälfte des Gremiums stellen Vertreter von Einrichtungen und Organisationen der Seniorenarbeit.

Näh-und Basteltreff

"Ein gutes Modell", wie Bürgermeister German Hacker betonte. Der Seniorenbeirat habe, so Hacker, inzwischen ein ausgefeilteres Organigramm als die Stadtverwaltung. Sicher ist, seine Aktivitäten und Gruppen wachsen stetig. Am Montag kam eine neue hinzu: Der Näh- und Basteltreff "tagt" zeitgleich mit den Strickdamen. Selbst Baltz war überrascht über den regen Zuspruch von Anfang an.

Die zehn Wahlberechtigten bestimmten ihre Führungscrew. Michael Baltz bleibt entgegen seiner Ankündigung nach der Beiratswahl Vorsitzender und wird von Hans Münck vertreten. Als Schriftführerin wurde Gerlinde Martini gewählt. Sie stellte sich zwar nicht mehr zur Wahl, erklärte sich aber bereit, diesen Posten weiter zu übernehmen. So kam es, dass sie von Hacker zuerst verabschiedet wurde und nun doch wieder dabei ist.
Neben Martini dankte Hacker für zwölfjähriges ehrenamtliches Engagement im Seniorenbeirat Alfred Lorenz und für sechs Jahre Marietta Krusch, die die ambulante Krankenpflege vertrat. Nach dreijährigem Wirken sind - teilweise durch Wegzug - ausgeschieden: Gudrun Müller vom Katholischen Frauenbund, Manfred Manzke von der INA-Seniorengruppe, Herbert Goldmann, der Motor der HerzoHeinzelmännchen, Bodo Steinheimer von Kursana Domizil und Alois Hummel von der Katholischen Arbeitnehmerbewegung.

Baltz stellte in den Raum, ob der Seniorenbeirat nicht eine Satzungsänderung diskutieren sollte. Zum einen sollen seiner Anregung nach auch die gewählten Stellvertreter bei der der konstituierenden Wahl der Vorsitzenden stimmberechtigt sein. Zum anderen soll ein weitere Stellvertreter vorgesehen werden.
Denn, so Baltz, die Aufgabe vor allem der Sprechzeiten nehme zu und solle auf mehr Schultern verteilt werden. Die Vorsitzenden sieht er als Koordinierungsstelle. "Wichtiger sind die jeweiligen Gruppen, die ihre Arbeit machen", betonte er.