Eine Bürgermeisterwahl während der Pandemie: Mit Corona funktioniert der Urnengang anders, Kreuzchen machen mit Hygienekonzept ist vorgeschrieben: Mitten in der Pandemie sind in Weisendorf rund 5100 Wahlberechtigte am Sonntag, 17. Januar, zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Für die coronakonforme Durchführung setzt die Kommune in den Wahllokalen auf Einbahnstraßensystemen, Plexiglasscheiben, Desinfektionsmittel, Maskenpflicht und viele Stifte. Auf die Frage, warum die Wahl nicht ausschließlich per Briefwahl durchgeführt wird, antwortet Wahlleiterin Eva Fröhlich: "Darauf hat die Gemeinde keinen Einfluss."

Sie erläuterte bei einem Pressetermin im Sitzungssaal des Rathauses gemeinsam mit ihrer Vertreterin Karin Süß den außergewöhnlichen Urnengang mit Hygienekonzept für die Wähler sowie für die nahezu 50 Wahlhelfer. Gerne nimmt das Wahlamt noch das Angebot für weitere Wahlhelfer an, denn es könnten jederzeit noch Absagen geben.

Wahllokale werden in den Ortsteilen in Pandemie-Zeiten nicht eingerichtet. Dort erwiesen sich die Begegnungswege zu eng, Einbahnmöglichkeiten sind nicht gegeben. Für den Urnengang in den Wahlbezirken - untergebracht in den Grundschulen I und II sowie in der Mehrzweckhalle in Weisendorf - gelten besondere Schutzmaßnahmen. Es herrscht beispielsweise die Maskenpflicht wie in allen öffentlichen Räumen. Auch im Wahllokal wird sich nicht demaskiert. Und freilich wird auf Abstand geachtet, zwei Meter gibt die Gemeinde hier vor. Die Abstimmung erfolgt von 8 bis 18 Uhr. Die beiden Briefwahllokale sind in der Grundschule II und im Sitzungssaal des Rathauses untergebracht.

Wie Eva Fröhlich erläutert, steht Desinfektionsmittel an allen Eingangsbereichen bereit. Und auch Kugelschreiber liegen in großer Zahl parat, wenngleich das Wahlamt empfiehlt, dass die Wahlberechtigten doch bitte eigene Stifte mitbringen sollten. Die Stifte, die für mehrfaches Kreuzchen machen ausliegen, werden immer wieder desinfiziert. Und auch die Wahlkabinen erfahren stetige Reinigung.

Personen mit Kontakt zu Covid-19-Fällen in den vergangenen 14 Tagen sowie mit unspezifischen Allgemeinsymptomen und respiratorischen Symptomen (Erkältung) sollten nicht ins Wahllokal gehen, sondern an der Briefwahl teilnehmen, bittet die Gemeinde.

Auch für die Wahlhelfer gilt ein besonderes Konzept. Die Wahlhelferschulungen finden schriftlich und per Telefon statt. Da die Wahl nicht als reine Briefwahl durchgeführt werden kann, wurden die Stimmbezirke anders gebildet, um coronaschutzgerechte Wahllokale anbieten zu können. An der Wahl gilt ein Schutz- und Hygienekonzept, das von einem Fachbüro für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz erstellt wurde. So wird bei den Wahlhelfern zu Beginn ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auch die Körpertemperatur gemessen.

Maskenpflicht beim Warten

Im Umfeld aller Wahllokale stehen ausreichend Waschgelegenheiten mit Flüssigseife, Einmalhandtüchern und Händedesinfektionsmittel zur Verfügung. Die Wahlhelfer, Wähler und Wahlbeobachter müssen stets Mund-Nasen-Bedeckungen tragen, sowohl in den Gebäuden als auch während des Wartens auf Einlass in die Wahllokale. Die Wahlhelfer sollen FFP2-Masken tragen und es stehen Einmalhandschuhe zur Verfügung.

Auf den Tischen der Wahlhelfer stehen lichtdurchlässige, ausreichend hohe Trennwände sowohl zwischen den Wahlhelfern als auch zu den Wählern hin. Die Trennwände haben Öffnungen zum Durchreichen der Wahlbenachrichtigungen und der Stimmzettel. Die Sitzplätze der Wahlhelfer und die "Wahlkabinen" sind mit maximal möglichem Abstand (mindestens 1,5 Meter) so aufgestellt, dass sich die Wege möglichst nicht kreuzen.

Bei den Stimmabgabelokalen ist ein Einwegverkehr eingerichtet, Leitsysteme und Abstandsmarkierungen werden aufgestellt oder angebracht. Mit dem Stimmzettel entnimmt der Wähler ein Flächendesinfektionstuch, um Stift, Tisch und Stuhl der Wahlkabine vor Verlassen zu desinfizieren, am Ausgang des Wahllokals sind Behälter zur Entsorgung der Desinfektionstücher aufgestellt.

Es werden nur so viele Wähler in das Wahllokal eingelassen, wie Wahlkabinen vorhanden sind. Sind alle Kabinen belegt, muss außerhalb des Wahllokals gewartet werden. Ein Ordnungsdienst sorgt dafür, dass sich vor den Wahllokalen wegen langer vermisster sozialer Kontakte keine Menschengruppen ohne Abstand bilden.

Im Rathaus dürfte Bürgermeisterwahl spätestens um 19.30 Uhr ausgezählt sein und die Ergebnisse werden unverzüglich auf der Homepage des Marktes Weisendorf (www.weisendorf.de) veröffentlicht. Fröhlich bedankt sich schon im Voraus bei den Wahlhelfern für den außergewöhnlichen Einsatz.