Es war "das Highlight des Jahres", wie Vorsitzender Siegfried Lindner bei der Begrüßung sagte: Das Adventskonzert in der Kirche Sankt Gertrud ist weit mehr als nur ein Heimspiel für die Blaskapelle Wachenroth.
Es ist viel mehr der mit Spannung und - vor allem auch bei den Eltern der jungen Musiker - mit vielen Emotionen verbundene Höhepunkt des musikalischen Jahres. Bereits zwei Tage zuvor hatten die Bläser aus Wachenroth im Kloster Schwarzenberg bei Scheinfeld ein Konzert gegeben. Viel Blech, mit allem was dazu gehört, hatte sich im Chorraum der Kirche um den Dirigenten Florian Zeh versammelt.

Mit ihm haben die Wachenrother einen renommierten Orchesterleiter. Bekannt ist Florian Zeh vor allem durch "Bavarian Brass", ein mit Trompeten, Orgel und Schlagwerk besetztes Ensemble. In Würzburg hat Zeh Musik mit dem Hauptfach Trompete studiert und in einem Bamberger Gymnasium gibt er sein Können weiter.

Bei der Blaskapelle Wachenroth gibt Zeh den etwa 35 Musikern und in der Nachwuchskapelle noch einmal knapp 20 Jugendlichen den Ton an. Man durfte also einen besonderen Musikgenuss erwarten in der Wachenrother Kirche, in der sowohl das Kirchenschiff als auch die Empore voll besetzt waren.

Als Florian Zeh seinen Taktstock zum "Little Opening" erhob, lag Spannung in der Luft. Wenn das die kleine Eröffnung war, wie mag dann erst eine große sein: Hörner und Trompeten, Saxophone, Klarinetten, Posaunen und etliche Instrumente mehr vereinigten sich zu einem gewaltigen Klangkörper, der den Kirchenraum erfüllte. Getragener kam die "Jupiter Hymn" daher - eine Hymne eben und sehr majestätisch.

Dazwischen sorgte "All You Want for Christmas" für Abwechslung, ein Medley bekannter Weihnachtsmelodien (bearbeitet von Peter Kleine Schaars). Die Jugendblaskapelle stellte sich zunächst mit einem Weihnachtsspiritual vor. Dass die jungen Musiker danach mit "Rocking Around The Christmas Tree" um den Christbaum rockten, ist das Vorrecht der Jugend - allüberall auf der Welt.

Für Pater Gabriel Ramos, der als Hausherr Musiker und Besucher willkommen hieß, hat Musik viel mit Heimat zu tun. Heimat sei jedoch ein Wort, das sich nicht ohne Weiteres in andere Sprachen übersetzen lasse, meinte der aus Salamanca in Spanien stammende Ortsgeistliche.

Musik sei aber ein Kulturgut, das über alle Sprachen hinweg verstanden werde und daher "eigentlich heimatlos ist".


Grundlegende Fragen

Nachdenkliche Worte flocht Wachenroths Bürgermeister Friedrich Gleitsmann ein: "Wohin geht Europa? Was wird aus unserem Land?" Fragen, die sich derzeit wohl viele Menschen stellen.