Weihnachten 2020: Kerstin Emrich freut sich darauf wie selten zuvor auf ein Weihnachtsfest - trotz Corona, trotz Ausgangsbeschränkung. Ihr Sohn Michael wird, wie es aussieht, zusammen mit der Familie das Fest feiern können. Klingt jetzt nicht ungewöhnlich, ist es aber doch. Denn Michael Emrich hat die letzten zwei Jahre zum größten Teil in Krankenhäusern und Rehaeinrichtungen verbracht.

Vor knapp zwei Jahren, im Februar 2019, hat sich der damals 24-Jährige die Infektionskrankheit Gasbrand eingefangen. Wie? Er weiß es nicht. Vielleicht war es die Blutblase an der Hand, die damals aufging. Die Ärzte wissen es auch nicht. Es ist ein heimtückisches Bakterium, dessen Sporen, die langlebige Form - ähnlich wie bei Tetanus - überall im Boden lauern können (siehe Infokasten). Oft verläuft die Infektion tödlich.

Ganzes Leben gezeichnet - unzählige Operationen

Sein ganzes Leben wird Michael vom Gasbrand gezeichnet sein. Er hat unzählige Operationen hinter sich. Sein linkes Bein musste amputiert werden, auch die Zehen am rechten Fuß, im Bauch hat er Wunden. Sein Darm ist beschädigt, deshalb kann es immer wieder zur Sepsis (Blutvergiftung und lebensbedrohliches Organversagen) kommen. Michael ist auf Antibiotika angewiesen.

Doch er gibt nicht auf. Hat während dieser schweren Zeit seiner Freundin Barbara einen Heiratsantrag am Krankenbett gemacht und für sich beschlossen, dass er selbstständig zum Traualtar laufen will. Seit dem Ausbruch der Krankheit war er kaum eine Woche am Stück daheim. Immerhin konnte er die letzten Wochenenden zuhause verbringen. Das Laufen mit der Prothese - das muss er erst noch lernen.

Zuhause, das ist im Haus der Eltern. Dort möchte er - zusammen mit seiner Freundin Babsi - einmal selbstständig leben. Vorher muss das Bad umgebaut werden, ebenso die Küche. Der Rollstuhl ist Michaels Begleiter. Der Treppenlift ist bereits vorhanden. Das alles kostet Geld, weshalb der Fränkische Tag mit seiner Spendenaktion "Franken helfen Franken" helfen will.

Spenden erreichen die Familie

Unser erster Bericht über Michael ist am 28. November erschienen. Die Familie hat seitdem viel Anteilnahme erfahren, von Michael und Barbaras Arbeitskollegen, von Bekannten, von Leuten aus dem Dorf, berichtet Kerstin Emrich. Viele von ihnen hatten vom Schicksal ihres Sohnes nichts gewusst. Sehr gefreut hat sich die Familie auch, als Bürgermeister Ludwig Nagel 1000 Euro im Namen der Gemeinde vorbeibrachte.

Nagel kennt Michael - Michaels Vater ist bei der Gemeinde beschäftigt. "Aber auch aus meiner Zeit als Jugendtrainer", sagt der Bürgermeister. Er hatte dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Familie zu unterstützen, und sein Vorschlag wurde sofort angenommen. In der Gemeinde gibt es einen Fonds für unschuldig in Not geratene Bürger. Eingerichtet hat den noch sein Vorgänger Joachim Wersal.

"Im Februar kommt die Hebebühne", sagt Kerstin Emrich, denn vor dem Haus gibt es ein paar Stufen. Die Schuttrutsche - das alte Badezimmer muss entkernt werden - ist für 25. Januar angekündigt. Der Badinstallateur will ebenfalls finanziell entgegenkommen. Auch in den sozialen Medien hat Michaels Schicksal viel Mitgefühl hervorgerufen. Besonders beeindruckend war für Kerstin der Kommentar eines Users, der es toll findet, das Freundin Babsi so gut zu Michael hält. Seine Freundin sei damals schnell weg gewesen, als er krank war, schrieb der User.

Was ist Gasbrand?

Gasbrand ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird. Genauer durch Clostridien, insbesondere durch den Erreger Clostridium perfringens. Dieser kann überall in Form von Sporen im Erdreich und in der Umwelt vorkommen. Über Verletzungen oder zerstörtes Gewebe kann der Erreger in den Körper eindringen.

In den folgenden Tagen entwickelt sich eine Wundinfektion, die unter Gasbildung zur Zerstörung von Muskulatur und Gewebe führt. Außerdem können dabei toxische Stoffe in den Kreislauf gelangen, die zusätzlich lebenswichtige Organe schädigen. Behandelt wird die Krankheit mit der schnellen Gabe von Antibiotika und durch chirurgisches Eingreifen.

Franken helfen Franken:

Spendenverein Die Mediengruppe Oberfranken (mgo) erreicht über ihre lokalen Zeitungen, wie beispielsweise den Fränkischen Tag, sowie digitale Informations- und Service-Portale jeden Tag rund 600.000 Menschen.

Außerdem ist die mgo mit Tochterfirmen wie mgo360, mgo Fachverlage oder mgo Digital Ventures als Multimediaunternehmen breit aufgestellt.

Diese Vielfalt nutzt die Unternehmensgruppe, um mit dem Spendenverein "Franken HELFEN Franken" seit 2009 Hilfsbedürftige in ganz Franken zu unterstützen. Alle Spenden gehen zu 100 Prozent an in Not geratene Menschen oder gemeinnützige Organisationen und Projekte in der Region. Die Verwaltungskosten übernimmt die mgo. Insgesamt wurden seit der Gründung 2009 deutlich über eine halbe Million Euro von Franken HELFEN Franken vergeben.

Spendenkonto Mediengruppe Oberfranken - Franken HELFEN Franken e.V. Sparkasse Bamberg IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01 BIC BYLADEM1SKB; Spendenzweck: Krank durch Gasbrand, Landkreis ERH