Wenn Christian Ude plakativ Wort hält, Karin Knorr den Weg zum Landratsamt säumt und an sämtlichen Straßenecken fränkische Autonomie gefordert wird - dann ist wieder Wahlkampf. Dass dieser nun in seine berühmte heiße Phase geht, ist kaum noch zu übersehen.

In allen Ortschaften des Landkreises sind Parteivertreter derzeit unterwegs, um Werbung in eigener Sache möglichst wirksam zu positionieren. Schließlich stehen in diesem Herbst gleich zwei bedeutende Wahltermine an. Eine Woche vor der Bundestagswahl am 22. September werden in Bayern Land- und Bezirkstag neu gewählt.
So verwundert es kaum, dass das Augenmerk hier vor allem auf den Regionalpolitikern liegt. Sie sind meist vor Ort bekannt und wollen deshalb weniger mit Parteiprogrammen als durch bloße Präsenz auf den zahlreichen Wahlplakaten punkten. Zwar fehlt es in diesen Fällen am Aussagengehalt, eine gewisse Wirkung kann aber trotzdem kaum bestritten werden.

Etwas anders hält es dennoch die Linkspartei. Sie macht nicht mit Politikergesichtern auf sich aufmerksam, sondern mithilfe populistischer Parolen. "Genug gelabert!" oder "Reichtum besteuern statt Arbeitslose schröpfen" heißt es da beispielsweise im Zuge einer Mindestlohnforderung. Die Linke ist es auch, die den bislang wohl kostspieligsten Wahlkampf betreibt. Keine andere Partei ist im Landkreis in Form von Wahlplakaten momentan so stark vertreten wie sie. Präsent ist sie vor allem an markanten Punkten wie dem Höchstadter Stadtturm und dem Marktplatz.

Die CSU lässt den Wahlkampf hingegen allem Anschein nach lieber ruhig angehen. Lediglich am Karpfenkreisel lacht Ministerpräsident Horst Seehofer bisher von einem riesigen Plakat. Sein Wahlkampfgegner Ude (SPD) ist in Höchstadt hingegen schon öfter "anzutreffen". FDP und Grüne gehen in dem Plakatemeer daneben beinahe komplett unter. Während sich in Höchstadt Plakate auf das komplette Stadtgebiet erstrecken, konzentriert sich die Wahlwerbung in Gemeinden wie Adelsdorf eher auf die Ortsmitte.

Plakate für die rechtsradikale NPD finden sich eher in den kleineren Ortsteilen. Wie fast alles im öffentlichen Raum ist natürlich auch das Plakatieren streng geregelt. Es wird eine Sondernutzungserlaubnis benötigt und Chancengleichheit muss gewährleistet sein - sprich, alle Parteien müssen in gleichem Umfang plakatieren dürfen. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die Wahlplakate den Straßenverkehr nicht beeinträchtigen.

Im Landkreis lässt sich feststellen, dass bislang nahezu ausschließlich für Land- und Bezirkstagswahlen geworben wird. Dabei präsentierten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und auch ihr Gegenkandidat Peer Steinbrück (SPD) die Wahlplakate zur Bundestagswahl bereits Anfang des Monats medienwirksam der Öffentlichkeit. "Das WIR entscheidet" finden darauf die Sozialdemokraten, "Gemeinsam erfolgreich" will das Team um Merkel sein, "Und du?" fragen die Grünen. Im Landkreis Erlangen-Höchstadt dauert es anscheinend noch etwas länger, bis auch diese Slogans noch ankommen. Stören wird das aber vermutlich niemanden.