Am 28. Februar haben die Wachenrother das Sagen. In der Gemeinderatssitzung am Dienstag wurde das Bürgerbegehren "Sag Ja zu 10H", initiiert von der Bürgerinitiative "Pro und contra Windpark Wachenroth", für zulässig erklärt. Damit sollen die Wachenrother darüber entscheiden, ob das Bebauungsplanverfahren zur Ausweisung eines "Sondergebiets Bürgerwindpark Wachenroth" eingestellt werden soll.
Wäre das der Fall, würde für die ins Auge gefassten Windräder die Abstandsfläche nach der neuen, so genannten 10-H-Regelung gelten. Nach dieser Regelung müsste die Entfernung zur Wohnbebauung die zehnfache Höhe der Windräder betragen. Zumindest für den Ortsteil Weingartsgreuth ist das jedoch nicht gegeben. In Weingartsgreuth und Horbach hat sich daher zunehmend Widerstand gegen einen Windpark gebildet. Einer der Sprecher der Bürgerinitiative und Koordinator ist der Weingartsgreuther Erich Weichlein.

Der Bürgerentscheid soll am Sonntag, 28. Februar, stattfinden. Die Räte entschieden jedoch in gleicher Sitzung einstimmig, dem Bürgerbegehren ein Ratsbegehren gegenüberzustellen, um aus der Sicht der Gemeinde die bisherigen Entscheidungsgründe darzustellen.


Mit Stichfrage

Die Bürger haben im Februar also - ähnlich wie bei der Entscheidung über die Stadt-/Umlandbahn - zwei Fragen und eventuell eine Stichfrage anzukreuzen. Für das Ratsbegehren bedarf es keiner Unterschriftenlisten. Laut Beschluss wird die Frage des Ratsbegehrens lauten: Soll der Markt Wachenroth durch die Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans "Bürgerwindpark Wachenroth" die Errichtung von zwei Windkraftanlagen auf seinem Gemeindegebiet im bestehenden Windpark ermöglichen?
Im Wachenrother Rathaus war alles schnell vom Tisch: Alle Beschlüsse - sowohl zum Bürgerbegehren als auch zum Ratsbegehren - wurden einstimmig gefasst. 230 Unterschriften hatte die Interessengemeinschaft eingereicht.
Nach ihrer Prüfung blieben 224 Unterschriften übrig, und das waren mehr als die erforderlichen zehn Prozent. Denn auf die wahlberechtigten Wachenrother Bürger bezogen, wären nur 174 Unterschriften nötig gewesen.