Ein proppenvolles Zelt am Freitag zum Auftakt, ein kerzengerade aufgerichteter 25-Meter-Baum am Samstag und strahlender Sonnenschein am Sonntag zum Umzug - besser hätte die Vestenbergsgreuther Kerwa für Besucher und organisierende "Junggesellen" nicht laufen können.

"Nicht mal was von einer Schlägerei hat man gehört", frozzelten einige Zuschauer am Sonntag - bei einer Kirchweih meist ein durchaus bemerkenswerter Satz.

"Es ist wirklich alles gut gelaufen", sagte Christian Fürstenhöfer, die "Stimme nach außen" für die Junggesellen. Ein Wermutstropfen war dabei beim Umzug, weshalb die traditionellen weißen Hemden heuer auch mit Trauerflor versehen waren. Vor wenigen Monaten war einer der Burschen tödlich verunglückt. Eine Lücke in den Reihen, die nicht einfach so weggesteckt wird.

Doch die Kerwa wird trotzdem gefeiert, das wäre auch ganz im Sinne von Thomas, da sind sie sich sicher.
Ein Besuch auf dem Friedhof vor Umzugsbeginn und das traditionelle Totengedenken am Kriegerdenkmal waren die ernsten Momente.

Danach wandte man sich dem Leben zu und präsentierte die liebevoll gestalteten Spottwagen dem erwartungsvollen Publikum. Politisches Geschehen blieb heuer außen vor, doch Feuerwehr, ein paar Fußballfans und noch einige andere, die sich unterm Jahr mehr oder weniger blamiert hatten, bekamen schon ihr Fett weg.


Der Kuschelbär ist der Schönste

Das Bierfässla, das mit zum Umzug gehört, um den Durst von Aktiven zu stillen und von dem auch die Zuschauer hier und da profitieren dürfen, stach heuer der Zweite Vorsitzende Christopher Appold an. Warum gerade er? "Weil der Kuschelbär (so sein Spitzname) eben der Schönste ist", war die Antwort. Ob die so stimmt, bleibe dahingestellt. Gekonnt hat er es jedenfalls und das Bier floss in die Krüge.

Apropos Fußball: Helmut Hack, Präsident der SpVgg Greuther Fürth und alteingesessener Verstenbergsgreuther, war trotz Erntedankumzug in Fürth am gleichen Tag natürlich dennoch rechtzeitig vor Ort. "Zwei Umzüge, zweimal Tradition, zweimal Hochgenuss", war seine Antwort auf die Frage, ob ihn die "doppelte Kirchweih an einem Tag" nicht etwa stresse.

Der Baum am Samstag wurde wieder mit Eisenstäben am Stamm gesichert - eine Vorsichtsmaßnahme, die die "Junggesellen" ergreifen, seit vor einigen Jahren die Fichte in einer Nacht- und Nebelaktion von leichtsinnigen "Witzbolden" bis auf wenige Zentimeter Stammdicke abgesägt worden war. Damals eine sehr gefährliche Situation.