"Ich freu mich auf die Menschen und auf das Dorf", sagt Tabea Richter. Ab 1. Februar ist sie die neue Pfarrerin von Schornweisach und Vestenbergsgreuth. Dekan Johannes Ivo Huber wird Pfarrerin Richter am Sonntag, 14. Februar offiziell ins Amt einführen.
Die 38-Jährige, die bisher Pfarrerin in Obbach, Dekanat Schweinfurt war, ist verheiratet und hat einen fünfjährigen Sohn. Noch am Tag ihres Umzugs stand sie für ein Interview zur Verfügung und verriet unter anderem, welches Land sie besonders beeindruckt und wo sie die Schwerpunkte in ihrer Arbeit setzen will.

Weshalb gerade die Pfarrstelle in der kleinen Pfarrei Schornweisach/Vestenbergsgreuth?
Tabea Richter: Was ist schöner als eine Landpfarrei? Ich bin auf dem Dorf groß geworden und schätze das Leben auf dem Land sehr.
Ich möchte das machen, was hier alle machen: Mich um unsere Nachbarn und um die Menschen kümmern. Als Pfarrerin hat man darüber hinaus noch das hohe Gut, dass man zu den Menschen kommen darf.

Wo sind sie aufgewachsen, wo stand ihre Wiege?
Geboren bin ich in Neuendettelsau. Da auch mein Vater Pfarrer ist, bin ich auf den verschiedenen Pfarrstellen beispielsweise im Donauries oder in Unterfranken groß geworden.

Schornweisach ist nun eine sehr kleine Pfarrgemeinde. Wo sehen Sie ihre Schwerpunkte?
Ja, die Gemeinde zählt weniger als 700 Seelen. Als meine Hauptaufgabe sehe ich die Seelsorge und die Verkündigung des Evangeliums. Alles andere fällt einem zu. So gilt es beispielsweise, sich der Anliegen des Kirchenvorstands anzunehmen. Mir macht meine Arbeit Freude. Ich möchte da sein, wo ich gebraucht werde. Außerdem beinhaltet meine Arbeit die Zuständigkeit für das Jugendheim und den Zeltplatz.

Vor ihrer ersten Pfarrstelle in Obbach absolvierten sie ein Jahr in der lutherischen Kirche Brasiliens. Hat der Aufenthalt dort sie geprägt, hat er Eindrücke hinterlassen, die Sie hier brauchen können?
Brasilien ist - trotz der großen Unterschiede in der Bevölkerung - für mich ein Vorbild. In die Gemeinschaft bringt jeder das ein, was er hat. Arme geben weniger, Reiche geben mehr, so dass immer genug für alle da ist. Ich hatte auch schon zweimal Praktikantinnen aus Brasilien, geschickt von der "Mission eine Welt". So kann ich die Sprache - Portugiesisch - und auch das landestypische Kochen weiter üben.

Ihrer Vita ist zu entnehmen, dass Sie vor dem Studium der Theologie Kinderkrankenschwester gelernt und in diesem Beruf das Examen abgelegt haben.
Das war eine Entwicklung, über die ich heute froh bin. Ich hatte mit Kindern zu tun und konnte mir mein Studium selbst finanzieren. Entsprechend früher konnte ich das Studium abschließen. Wie es ausschaut, bekomme ich in der Berufsschule Scheinfeld den Religionsunterricht für die Kinderpflegerinnen. Darauf freue ich mich ganz besonders.

Das Gespräch führte
Evi Seeger.