"Wir lassen uns keine faulen Eier ins Nest legen", so lautete bereits vor Ostern die Ansage des Erlanger Verdi-Vorsitzenden Roland Hornauer. Bislang wurde allerdings nur "intern mobilisiert", so Hornauer. Deswegen wurde in der derzeitigen Aufwärmphase am Mittwoch zur tarifpolitischen Mittagspause mit Imbiss und musikalischer Begleitung vor das kleine Rathaus in der Schuhstraße eingeladen.
Dies war die erste öffentliche Aktion zum Auftakt in die neue Tarifrunde und verstand sich als Informationsveranstaltung für die Beschäftigten über die Ergebnisse der Tarifverhandlungen vom Wochenbeginn.


Noch keine Annäherung

Die Gewerkschaft Verdi fordert vom Arbeitgeber für den öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Gehalt, 100 Euro mehr Vergütung für Auszubildende und Praktikanten sowie die unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreichem Abschluss. Im Umfeld geht es auch um die Zusatzversorgung der Betriebsrente, für die sich besonders Silvia Beyer, Vertrauensperson der Schwerbehinderten, stark macht.
Der aktuelle Stand nun ist, dass die Arbeitgeber inzwischen ein Angebot über eine dreiprozentige Lohnerhöhung gemacht haben, dieses allerdings gestückelt auf ein Prozent zur Mitte diesen Jahres und erstmal ein weiteres Prozent im kommenden Jahr. Angesichts der Forderung von Verdi und der Mehrleistungen, die der öffentliche Dienst in letzter Zeit, vor allem im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik zu leisten hatte, halte er, Roland Hornauer, dieses Angebot für eine "klare Ohrfeige". In Konsequenz dessen sind schon kommende Woche "ganztägige Warnstreiks mit der zwangsläufigen Schließung von Einrichtungen oder Dienstleistungsbereichen bei der Stadt" zu erwarten, sagte der Verdi-Ortsvorsitzende.