Er spricht breiten fränkischen Dialekt, er ist in Höchstadt geboren und lebt heute mitten im Steigerwald, genauer in Altershausen: Uwe Brehm. Und er ist Maler.
Wer nun einen im weitesten Sinn heimatlichen Malstil erwartet, geht in die Irre. Der Höchstadter ist in seinm Werk - er bevorzugt Acryl auf Holz - ganz den architektonisch-konstruktiven Elementen verpflichtet. Ein Punkt in seiner Biografie weist aber in diese Richtung. Im Hauptberuf ist Brehm Anlagenbauer. Der Umgang mit Plänen und Aufrisszeichnungen ist ihm vertraut. Die Regeln der Zentralperspektive und der zentrischen Streckung verwendet er meisterhaft um - farbige - Räume ungeahnter Tiefe zu schaffen.

Das Auge des Betrachters folgt willig den sich im Inneren des Bildes auftuenden Wegen und Räumen. Hart abgrenzte Farbstreifen und -flächen weisen ihm den Weg. Wohin?
Gedankenspiele sind hier viele möglich.
Das Labyrinth des Minotauros? Sind dann die hervorstechenden Farbstreifen so etwas wie der Faden Ariadnes? Ist der Bildzyklus Eassouira eine gemalte Anklageschrift gegen lieblose Architektur, die das menschliche Bedürfnis nach Farbe und Wohlgestalt missachtet? Oder sollte man lieber auf den Ausstellungstitel "Frauenzimmer und andere Räumlichkeiten" zurückgreifen? Wendet also Brehm die geometrisch-konstruktive Bildelemente an, um auf seine Weise dem Geheimnis der Frau an sich näher zu kommen?

Wie dem auch sei, seine Werke regen an, die Gedanken schweifen zu lassen, sich mit Assoziationen zur Begriffswelt von Raum und Gebäude oder der zum Stichwort Frau auseinanderzusetzen.
Johannes Birzer von der Galerie "fuenFinga" gibt dem Kunstinteressierten jeden Samstag bis einschließlich 26. April die Gelegenheit zwischen 14 und 18 Uhr sich der Gedankenwelt Uwe Brehms anzunähern.