Wie das Uniklinikum Erlangen erklärt, entwickeln sich Babys umgeben von dem beruhigenden Herzschlag ihrer Mutter schon im Mutterleib. "Musik im weitesten Sinne kann mit ihren wiederkehrenden Elementen einen ähnlich verlässlichen und haltgebenden Effekt auf uns haben. So lassen sich Ängste, depressive Symptome sowie psychosomatische Störungsbilder durch Rhythmus und Musik effektiv behandeln2, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Konzept der 'TaKeTiNa-Rhythmustherapie', das vom österreichischen Komponisten, Musiker und Pädagogen Reinhard Flatischler 1970 entwickelt und unter anderem von Dr. Ali Behzad, Arzt in der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mackensen) am Universitätsklinikum Erlangen evaluiert worden sei, nutze Rhythmen als zentrales Element, um eine Therapie "natürlicher, sicherer und intensiver zu machen".

"Für alle Interessierten, die Patientinnen und Patienten in tiefgreifende Entwicklungs- und Heilungsprozesse führen möchten, startet im Februar 2023 die Weiterbildung 'TaKeTiNa-Rhythmustherapie'. Interessierte können sich ab sofort anmelden", heißt es. 

Die "TaKeTiNa-Rhythmustherapie" sei als musikalischer Gruppenprozess entwickelt worden und habe sich inzwischen sowohl im pädagogischen und therapeutischen Bereich als auch in der Persönlichkeitsentwicklung bewährt. Bei dem Konzept verschmelzen demnach Elemente der Psychotherapie mit Rhythmuserfahrungen, woraus sich heilende Synergieeffekte ergeben sollen. So beinhaltten die Sitzungen sowohl Gesprächs- als auch musikalische Einheiten mit etwa Rasseln und Trommeln. Wichtig sei, dass die Therapeutin beziehungsweise der Therapeut keine musikalische Bildung oder Begabung mitbringen müsse. Alle, die bereits sensibel im Therapiesetting arbeiten, könnten die TaKeTiNa-Werkzeuge erlernen.

Wie die Rhythmustherapie im Einzelnen konzipiert ist, welche zentralen Merkmale darin wichtig sind und wie genau sie wirkt, erfahren Interessierte laut Uniklinik in den Einführungsveranstaltungen der fachtherapeutischen Weiterbildung, die von Reinhard Flatischler, dem Pädagogen und Rhythmus- sowie Kreativtherapeuten Frank Rihm und der Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Dr. Bettina Berger geleitet werde.

"Im Kurs selbst lernen die Teilnehmenden, wie sie mit der Stimme, mit Schritten und Klatschbewegungen verschiedene Ebenen aufbauen und diese therapeutisch einsetzen können. Darüber hinaus ist die Befähigung, psychotherapeutische Gespräche führen und rhythmisch begleiten zu können, ein wesentlicher Bestandteil des Kurses. Der Lehrgang richtet sich an Menschen, die bereits im therapeutischen Bereich tätig sind und die strukturierende und heilende Kraft des Rhythmus zusätzlich in ihre Therapiearbeit integrieren wollen", so die Uniklinik Erlangen. 

Die Weiterbildung starte im Februar 2023, umfasse insgesamt circa 80 Kurstage und ende im Oktober 2024. Sie finde im Sophiensaal am Lorenzer Platz 10 in Nürnberg statt. Wer herausfinden möchte, ob die Weiterbildung für die eigene Arbeit eine sinnvolle Ergänzung ist, habe die Möglichkeit zur Teilnahme am Vorab-Informationsworkshop vom 12. bis 14. August 2022 oder zur Online-Teilnahme an den Informationstagen am 2. und 3. September 2022.

Interessierte können sich auf folgender Webseite ausführlich informieren und zur Weiterbildung anmelden: https://taketina.com/de/trainings/rhythmustherapie

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