Erstmals in der Geschichte Uehlfelds ohne Gemeinderat und nur mit Bürgermeister Werner Stöcker als "persönlichem" Gastgeber fand am Samstag der Neujahrsempfang der Marktgemeinde Uehlfeld statt. Die Besuchermenge in der Veit-vom-Berg-Halle war dennoch recht voll.

Sogar Udo Schmidt, auf dessen Klage vor dem Verwaltungsgericht Ansbach hin die Gemeinderatswahl im kommenden März wiederholt werden muss, war eine Zeitlang da und hielt sich diskret im Hintergrund. Seine Ehefrau, Landtagsabgeordnete Gabriele Schmidt, war eingeladen, aber "bedauerlicherweise unentschuldigt ferngebleiben", wie Stöcker sagte und schmunzelte.

Als Redner waren geladen Landtagsabgeordneten Hans Herold (CSU), Bundestagsabgeordneter Uwe Kerkeritz (Grüne) und der stellvertretende Landrat des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Norbert Kirsch (SPD).

Thema der Reden war zum großen Teil die Weltpolitik.
Flüchtlingsprobleme, Terrorgefahr und die Risiken des geplanten Welthandelsabkommens mit den USA wurden angesprochen - verbunden mit der Aufforderung, im Dialog mit den zuständigen Politikern und im privaten Umfeld selbst das ihre zur Lösung zu tun.

Bezogen auf Uehlfeld war das drohende Wasserschutzgebiet Thema. Kirsch brachte hier für das Landratsamt die Information mit, dass die geforderten Gutachten über die Notwendigkeit einer Ausweitung jetzt vorlägen - sowohl von Seiten des Wasserwirtschaftsamts als auch von Seiten der Gemeinde mit Eigentümerschutzgemeinschaft. Vom Landratsamt soll nun ein neutraler Gutachter bestellt werden und definitiv erst dann eine Entscheidung getroffen werden, wenn auch dessen Aussage vorliegt.

Bürgermeister Werner Stöcker hielt einen Rückblick auf das Jahr in Uehlfeld: Die gescheiterte Kommunalwahl, die Denkmalprämierung durch den Bezirk Mittelfranken für das Uehlfelder Torhaus, Sanierungsmaßnahmen und Etliches andere fand Platz in seinem Bericht.

Der Landkreis ehrte zwei Feuerwehrleute: Rudolf Röder erhielt die Ehrennadel für 25 Jahre aktive Dienstzeit - und das durchgehend als Kommandant im Ortsteil Peppenhöchstädt, wie Stöcker bemerkte. Seines Wissens nach sei Röder der einzige weit und breit, der so lange an der Spitze durchgehalten habe. Für 40 Jahre geehrt wurde Peter Dörner von der Feuerwehr Uehlfeld.

Tobias Baum von der noch jungen First Respondergruppe der Feuerwehr bot einen kurzen Überblick über die Arbeit der Gruppe. 78 Einsätze gab es seit Beginn der ehrenamtlichen Arbeit im April 2014 in Uehlfeld, Dachsbach, Demantsfürth, Oberhöchstädt, Rauschenberg, Schornweisach, Vestenbergsgreuth und Weickersdorf: das beweise wohl, dass so eine Gruppe zentral in Uehlfeld vonnöten gewesen sei. Durchschnittlich siebeneinhalb Minuten vor Notarzt oder Rettungswagen seine die Helfer vor Ort gewesen.

Zur Unterstützung der ehrenamtlich geleisteten und zur Finanzierung auf Spenden angewiesenen Arbeit überreichte Rainer Brenner vom örtlichen Altenheim einen Scheck über 500 Euro, die beim Sommerfest des Heims gesammelt wurden.

Die Heimatmedaille des Orts erhielten Rudi und Ingrid Regner, die sich über 30 Jahre um den Sternlesmarkt verdient gemacht haben und sich nun aus diesem Engagement zurückziehen. Auf den Nikolaus und das Markträtsel muss der Markt nun in Zukunft verzichten - falls sich keine Nachfolger finden.

Gewürdigt für Verdienste um Erhaltung alter Flurnamen wurde Hans Schorr, Hans Pfeiffer, Martin Löblein und Berta Reichert.

Nochmals am eigenen Ort besonders geehrte wurden Lisette Heid und Gerhard Bärthlein, die im vergangenen Jahr im Landratsamt mit der Ehrung für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung ausgezeichnet wurden.

Für das Auflockerungsprogramm sorgten Liedvorträge des evangelischen Kirchenchors und ein selbstverfasstes Gedicht von Julie Thoma, das die Querelen um den Christbaum an der Kirche in der vergangenen Weihnachtszeit beschrieb.