"Brand mit Menschenleben in Gefahr" lautete am Donnerstag um 18 Uhr die Durchsage der Integrierten Leitstelle (ILS) für die Feuerwehren Weisendorf und Großenseebach - es handelte sich dabei um eine unangekündigte Einsatzübung für die beiden Feuerwehren und die Bereitschaft des Bayerischen Roten Kreuzes Höchstadt .

Das Übungsszenario sollte einen Kellerbrand mit verrauchtem Treppenhaus darstellen. Schauplatz war ein Gebäude an der Industriestraße, aus dem Landrat, Bürgermeister und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung von der Feuerwehr aus den oberen Stockwerken gerettet werden mussten.

Dichter Brandrauch

Wenige Minuten nach der Alarmierung trafen die Feuerwehren aus Weisendorf und Großenseebach ein. Nach einer ersten Lageerkundung stellte sich heraus, dass mehreren Personen wegen des dichten Brandrauchs der Fluchtweg über den Treppenraum versperrt war und zwei weitere Personen vermisst wurden. Bei den eingeschlossenen Personen handelte es sich im Landrat Alexander Tritthart (CSU), Bürgermeister Heinrich Süß (UWG), Dritte Bürgermeisterin Angelika Tritthart (CSU) und Mitarbeitern des Rathauses. Sie hatten sich als "Opfer" zur Verfügung gestellt und konnten sich so von den Gegebenheiten und dem Ablauf eines Wehreinsatzes überzeugen.

Drei Atemschutztrupps aus Weisendorf und Großenseebach begannen unverzüglich mit dem Innenangriff und der Suche nach den vermissten Personen. Weitere Trupps bereiteten die Personenrettungen aus dem ersten und zweiten Obergeschoss vor und brachten die Leitern in Stellung. Aus dem zweiten Obergeschoss konnten so vier Personen gerettet werden. Nachdem der Kellerbrand schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte, wurde eine weitere Person aus dem zweiten Obergeschoss mittels Fluchthaube ins Freie gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Letztlich konnte auch die vermissten Personen gefunden und ins Freie gebracht werden.

Der Einsatz war insbesondere für die Atemschutztrupps eine Herausforderung. Der Zugang über das Treppenhauses war nicht einfach. Bei den vermissten Personen - spezielle Puppen - sei zudem ein "Schwergewicht" dabei gewesen, erklärt Zweiter Kommandant Björn Bethge.

"Es ist schon beeindruckend, wie bei uns die professionelle Zusammenarbeit der Rettungskräfte funktioniert", sagte der Landrat, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Auch Bürgermeister Süß war voll des Lobes. "Wenn man sich das in der Realität vorstellt, wenn bei einem Brand der Rückweg abgeschnitten ist und Menschen auf Hilfe warten, dann sind die eintreffenden Rettungskräfte eine wahre Erlösung".

Wichtige Erkenntnisse

Aus dieser unangekündigten Alarmübung können nun wichtige Erkenntnisse für zukünftige Realereignisse gezogen werden, zum Beispiel zum zeitlichen Ablauf. Diese Übung zeigte aber auch die bereits vorhandene, überaus gute Zusammenarbeit aller Beteiligten. Sie konnte weiter gefestigt und ausgebaut werden.

Zum Schluss galt allen Beteiligten ein ganz besonderer Dank für ihr großes Engagement. "Die Feuerwehrleute sind es letztendlich, auf die sich die Bürger 365 Tage im Jahr rund um die Uhr verlassen können", sagte Bethge. Gleichzeitig wies er auf den Tag der offenen Tür der Freiwillige Feuerwehr Weisendorf am morgigen Sonntag ab 14 Uhr hin.