"Der Nobby trägt den TSV nicht nur im Herzen, sondern auch auf dem Oberarm!" Der Vorsitzende des TSV, Robert Hermann, weiß, was er an Norbert Fochler hat. Der Vestenbergsgreuther ist für den "Verein seines Herzens" unermüdlich im Einsatz.

Norbert Fochler bleibt normalerweise jedoch gerne im Hintergrund. Seit 2008 ist er als "Greenkeeper" für das Vereinsgelände am Schwalbenberg verantwortlich. Sein Rasen liegt da wie ein grüner Teppich. Was an Arbeit dahinter steckt, bleibt der Öffentlichkeit allerdings größtenteils verborgen.

Viel Arbeit im Hintergrund

Dass die beiden Fußballplätze zwei- bis dreimal die Woche gemäht werden müssen, zum Beispiel. Dass es gilt, die Außenanlagen zu pflegen und rings um die Spielfelder rund tausend Quadratmeter Pflaster in Ordnung gehalten werden müssen. Wenn es darum geht, das gesamte Gelände auf Vordermann zu bringen, ruft er auch mal die Spieler zum Arbeitseinsatz zusammen.

Zu den Aufgaben des Platzwarts gehört die Wasserversorgung und das Sprengen der Fußballfelder. Fällt - wie in diesem Sommer - die Automatik aus, stellt er seinen Wecker auf fünf Uhr früh: Hinauf zum Sportplatz, die Anlage einschalten und zwei Stunden später wieder ausschalten.

"Nobby", wie er von allen gerufen wird, sorgt auch für die Markierungen auf dem Spielfeld und steht bei Heimspielen zusammen mit Markus Brandt am Grill. Dazu gehört aber auch die komplette Logistik: Brötchen, Wurst und Getränke einkaufen und im Nachhinein das Leergut entsorgen.

Je nach Saison arbeitet Fochler 60 bis 80 Stunden im Monat auf dem Gelände. Hinzu kommen noch etwa 30 Stunden, die seine Frau Karin mit dem Waschen der Trikots und dem Saubermachen der Kabinen zubringt.

TSV sogar als Tatoo

Das Tattoo auf seinem Oberarm sagt alles: Es ist das Wappen des TSV Vestenbergsgreuth, das sich Fochler vor elf Jahren hat stechen lassen. Bereits kurz nach der Gründung des Vereins im Jahr 1974, also vor 46 Jahren, trat er ein. Heute ist Norbert Fochler 66 Jahre alt - geboren also in dem Jahr, als Deutschland in Bern Weltmeister wurde. "Wie es sich halt gehört für einen Fußballverrückten", scherzt er. Natürlich hat er auch seine beiden Söhne Benjamin und Sebastian gleich nach der Geburt im TSV angemeldet.

20 Jahre jung war er, als in Vestenbergsgreuth mit Hans Wedel und Helmut Hack als treibende Kräfte der TSV ins Leben gerufen wurde. Damit begann auch Nobbys "Fußballerleben" als Torwart der zweiten Mannschaft. "Den stellen wir ins Tor", hatten die Verantwortlichen entschieden - aufgrund der kräftigen Statur des jungen Burschen. Viele Jahre - "von der C-Klasse bis zur Bayernliga" - kickte er in der zweiten Mannschaft. Dann wechselte er als Spielertrainer zur Spielvereinigung Thierberg. "Die Zielsetzung in der Regionalliga war zu hoch für mich", erinnert er sich. Seinem Heimatverein blieb er aber weiterhin treu. Es folgten Stationen beim FV Elsendorf und bei der Spielvereinigung Uehlfeld. Danach trat Fochler das runde Leder nur noch bei den Alten Herren in Vestenbergsgreuth.

Der zweite Abschnitt

Genau da begann aber der zweite Abschnitt seines Engagements: "Nach der Fusion mit Fürth hatten wir nur noch eine Jugend- und eine AH-Mannschaft", erzählt er. Es sollte wieder eine Seniorenmannschaft auf die Beine gestellt werden. Zusammen mit seinem viel zu früh verstorbenen Freund Daniel Lottes habe er das in die Hand genommen. "Wir hatten ausreichend Spieler für eine erste und eine zweite Mannschaft." 2007 konnten die Senioren schließlich im Spielbetrieb starten und Fochler stellte in der Anfangszeit seine Erfahrung als Spielleiter und Betreuer zur Verfügung.

Aktuell schwärmt er von den TSV-Kickern: "Vom Betreuer Stefan Werner bis zum Abteilungsleiter Andreas Freymann eine ganz tolle Truppe, die zusammenhält und fleißig trainiert."

Die Leidenschaft für Fußball wurde Norbert vermutlich von seinem Vater Rudolf in die Wiege gelegt. Er war Spielleiter im jungen TSV und - Berichterstatter für den Fränkischen Tag.

Stille Helden gesucht!

Norbert Fochler ist einer der vielen stillen Helden im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Dank seines Engagements wird die Region ein kleines Stückchen lebenswerter - und dafür will er weder Geld noch Berühmtheit. Wenn auch Sie eine stille Heldin oder einen stillen Helden kennt, der sich seit Jahren für Menschen, Natur oder Zusammenleben einsetzt, schreiben Sie uns an redaktion.hoechstadt@infranken.de! Gerne stellen wir auch Ihren stillen Helden vor!