Es war ein Familienausflug, irgendwo in Italien. Zwei junge Burschen lernten sich in einem Hotel kennen, fanden sich sympathisch und verabredeten sich sogleich zum Tennis. Gut dreieinhalb Jahrzehnte später trafen sie sich wieder, und spielten erneut gegeneinander. Der eine ist Puma-Mitarbeiter Gernot Heinzel, der andere Boris Becker. Damals war die heutige Tennislegende noch ein unbeschriebenes Blatt. Boris staunte nicht schlecht, als Heinzel ihm ein Foto des Aufeinandertreffens zeigte.

Dieses hatte Helmut Fischer aus seinem Archiv hervorgekramt, das Puma-Urgestein. Auch er kennt Boris Becker seit 1984 und betreute ihn seitens des Ausrüsters Puma über viele Jahre. Auch gestern, als der berühmte Gast der Raubkatze einen Besuch abstattete, wurde er von dem Herzogenauracher begleitet. Anlass des Gastspiels war die Eröffnung eines Tennisplatzes auf dem Areal hinter dem neuen Verwaltungsbau. Dort hat Puma seine sportlichen Außenanlagen für die Beschäftigten am Standort (rund 1400 in Herzogenaurach) gebündelt. Neben dem neuen "Boris Becker Center Court" gibt es auch Plätze für Fußball, Beach Volleyball und Basketball sowie ein Fitnessstudio.

Doppel mit Björn Gulden

Freilich durfte der dreifache Wimbledon-Sieger nicht nur das Schild des Center-Courts enthüllen, und sich auch gleich frisch mit Unterschrift darauf verewigen. "Du musst hier unterschreiben, du musst es ja auch bezahlen", schmunzelte Puma-CEO Björn Gulden. Der 52-Jährige Tennisstar, der mit 17 Jahren der jüngste Wimbledon-Sieger war und es bis heute ist, musste auch selbst ran. Mit einem Original-Schläger und Boris-Becker-Schuhen, seinen eigenen übrigens, trat er im Doppel mit Björn Gulden gegen die Mitarbeiter Gernot Heinzel und Christina Wirth an. Und hernach war Beckers Erfahrung gefragt: Er durfte mit einer Reihe von weiteren Mitarbeitern spielen und sie mit Tipps versorgen. Die Auserwählten hatten erfolgreich an einem Gewinnspiel im Unternehmen teilgenommen.

Gulden, bereits 55 Jahre alt, kündigte sich und Becker als Handicap-Doppel an. Sprachen die beiden Herren doch schon beim Empfang über ihre künstlichen Knie.

Für die Mitarbeiter war der Besuch eine gelungene Gelegenheit für ein Fotoshooting von und mit der Tennislegende. Wenn auch selbstverständlich nur mit Maske, wegen der Corona-Vorschriften.