Gemeinderat Günter Münch (FW) arbeitet in der Laufer Mühle. Er hat die Geschehnisse hautnah miterlebt. Seinen Ratskollegen gab er einen detaillierten Bericht. Denn Klaus Keil (SPD) brachte mit Zustimmung aller Fraktionen einen Antrag ein, seitens der Kommune die Therapieeinrichtung zu unterstützen.

Um die Altbauten der Laufer Mühle türmen sich Bretter und Balken von durchweichten Böden und beschädigte Möbelstücke In allen Räumen surren die Trockner. In der Schreinerei stehen auf dem Betonboden noch Wasserpfützen. "Die Maschinen haben ihre Motoren oben und stehen auf massiven Stahlbeinen. Deshalb funktionieren sie noch", erklärt Münch bei einem Rundgang durchs Haus.

Die Laufer Mühle hat sich seit Jahren auf hohe Pegelstände eingerichtet. Auf vielfältige Art. Nach dem Hochwasser von 1995 beispielsweise wurde der Heizkessel aus dem Keller ins Erdgeschoss verlegt.
2002 beim nächsten Rekordhochwasser hat es so funktioniert: Durch die Sandsackbarrikade lief langsam Wasser ins Gebäude und gleich die Kellerstufen hinab. Unten liefen die Pumpen an und beförderten es wieder hinaus. Doch diesmal?

Der Strom fiel aus - und das Wasser staute sich in den Gebäuden an. Zudem wurde der Pegelhöchststand von 2002 um 30 Zentimeter überschritten. Dadurch stand vor der Bäckerei, die am tiefsten Punkt des Geländes liegt, höher als die Stahlplatten, die vor die Türen geschraubt werden. "Etwa 20 Zentimeter Sicherheit boten sie 2002", sagt Münch. Die Folge: Der Backraum wurde geflutet. "Bis daher stand das Wasser", zeigt Günter Nützel mit der Hand am gemauerten Ofen. Die Marke liegt deutlich über den Norm-Arbeitsplatten mit 86 Zentimetern Höhe.

250 000 Euro Schaden

Längst haben nützel und seine Kollegen zugelangt, um die Bäckerei zu reinigen und wieder in Betrieb zu nehmen. Die aus dem Stammhaus Evakuierten sind zurück und haben ihre durchweichte Habe herausgeräumt. Die Möbel können n nur noch als Müll entsorgt werden.

"Wir haben einen eigenen Hochwasserschutz nach der Jahrhundert-Hochwasser-Linie entwickelt", versichert Münch. In den zwei bis drei Tagen Vorlauf werden die Türen mit den Stahlplatten und Sandsäcken gesichert. Doch gereicht hat das diesmal eben nicht.

Die Gutachter schätzen die Schäden auf rund 250 000 Euro. Derzeit verhandelt der Deutsche Orden, der Träger der Einrichtung, mit der Versicherung, wie viel davon durch sie abgedeckt ist. Was aus eigenen Mitteln gestemmt werden muss, ist Prävention für noch höhere Wasserstände. Ein wichtiger Punkt dabei wird eine eigene Notstromversorgung sein.

Die Kommune bietet nun ihre Kompetenz und Gerät und Material an. In den nächsten Tagen treffen sich Gemeindebaumeister Andreas Seiß, die Spitzen der lokalen Feuerwehren, Vertreter des Wasserwirtschaftsamts und die Zuständigen der Laufer Mühle.Dabei soll unter anderem geprüft werden, ob es eine Entlastung bringt, wenn die Böschung bei der Zufahrt von der Staatstraße abgetragen wird.

Ob die Gemeinde auch Geldmittel zur Verfügung stellen kann, muss mit der Rechtsaufsicht geklärt werden. Denn Adeldorfs Haushalte werden seit Jahren nur mit strengen Auflagen genehmigt. Der Gemeinderat bittet auch die Bürger um Mithilfe.