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Herzogenaurach
Wirtschaft

Autozulieferer Schaeffler baut 4400 Stellen ab: Söder fordert Kaufprämie für Verbrenner

Der Autozulieferer Schaeffler hat angekündigt, bis 2020 mehr als 4000 weitere Arbeitsplätze zu streichen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht indes einen massiven Stellenabbau auf Bayerns Automobilbranche zukommen.
 
Schaeffler
Schaeffler in der Krise: Der fränkische Zulieferer will in den kommenden zwei Jahren 4400 Jobs canceln. Bayerns Ministerpräsident Söder rechnet mit einem massiven Stellenabbau in der Autobranche. Foto: Daniel Karmann/dpa Foto: Daniel Karmann (dpa)

Der Autozulieferer Schaeffler - mit Sitz im mittelfränkischen Herzogenaurach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) - hat am Mittwoch (9. September 2020) mitgeteilt, 4400 weitere Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Mehreren Standorten droht zudem die komplette Schließung.

Markus Söder (CSU) hat derweil seine Forderung nach einer Kaufprämie für Autos auch mit Verbrennungsmotor erneuert. Der bayerische Ministerpräsident befürchtet künftig weitere massive Jobverluste in der Automobilbranche.

Update vom 10.09.2020: Söder fordert erneut Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor

Markus Söder (CSU) hat am Donnerstag (10. September 2020) seine Forderung nach einer Kaufprämie für Autos auch mit Verbrennungsmotor erneuert. Nach dem angekündigten großflächigen Stellenabbau beim Automobilzulieferer Schaeffler rechnet Bayerns Ministerpräsident mit weiteren Jobverlusten in der Autobranche. "Deswegen glaube ich einfach, dass eine Prämie für modernste ökologische Autos auch im Verbrennerbereich ein Beitrag ist, Arbeitsplätze zu retten", sagte er während eines Besuchs an seiner früheren Schule in Nürnberg. Modernere Verbrenner, etwa auch Dieselmotoren, seien klimafreundlicher als die aktuell genutzte Generation von Antrieben.

"Es bewahrheitet sich jetzt das, was ich seit langer Zeit befürchtet habe: Es wird zu massivem Stellenabbau kommen im gesamten Bereich der Automobilindustrie, auch bei den Zulieferern ganz massiv", wird Söder in einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zitiert. "Es wird Bayern treffen, es trifft aber auch andere Bundesländer sehr hart", prognostizierte der CSU-Chef.

Schaeffler zählt zu den größten deutschen Automobil- und Industriezulieferern. Das Unternehmen aus Herzogenaurach hatte am Mittwoch (9. September 2020) bekannt gegeben, wegen der Krise in der Automobilindustrie zusätzliche 4400 Stellen in Deutschland und Europa zu streichen. Insgesamt sind vierzehn Standorte betroffen: Zwölf in Deutschland und zwei im europäischen Ausland. Das teilte Schaeffler am Mittwoch (09. September 2020) mit. Der Stellenabbau soll bis 2022 erfolgen. 

Staatsregierung berät über Hilfemaßnahmen

Söder zufolge wird die bayerische Staatsregierung am Wochenende darüber beraten, welche Möglichkeiten es zur Hilfestellung für Schlüsselbranchen wie der Autoindustrie aber auch der von der Corona-Krise besonders in Mitleidenschaft gezogenen Luft- und Raumfahrtindustrie gibt. Vorrangig soll es dabei um die Hilfe für besonders betroffene Regionen gehen, berichtet die dpa

Erstmeldung vom 09.09.2020: Zulieferer Schaeffler baut 4400 weitere Stellen ab

Der Zulieferer Schaeffler hat bekannt gegeben weitere 4400 Stellen in Deutschland und Europa zu streichen. Grund dafür ist die Krise in der Automobilindustrie. Insgesamt sind vierzehn Standorte betroffen: Zwölf in Deutschland und zwei im europäischen Ausland.

Das teilte Schaeffler am Mittwoch (9. September 2020) mit. Der Stellenabbau soll bis 2022 erfolgen. Bereits Anfang August teilte Schaeffler mit, durch die Corona-Pandemie einen drastischen Umsatzeinbruch erlitten zu haben.

Stellenabbau bei Schaeffler: Diese Standorte sind betroffen

Betroffen seien im Wesentlichen zwölf Standorte in Deutschland - darunter der Stammsitz im fränkischen Herzogenaurach - und zwei weitere im europäischen Ausland, teilte Schaeffler am Mittwoch in Herzogenaurach mit. In Franken werden außerdem an den Standorten in Höchstadt und Schweinfurt Stellen abgebaut. Die Produktion in Eltmann, Kreis Haßberge, soll währenddessen nach Schweinfurt verlagert werden. Für den Standort Wuppertal in Nordrhein-Westfalen werde sogar eine Komplettschließung nicht mehr ausgeschlossen.

Schaeffler erhofft sich durch das Maßnahmenpaket ein Einsparpotenzial in Höhe von 250 bis 300 Millionen Euro jährlich, das 2023 zu 90 Prozent realisiert sein soll. Dem stehen Transformationsaufwendungen in Höhe von 700 Millionen Euro gegenüber.

Schaeffler, einer der größten deutschen Zulieferer vor allem für die angeschlagene Automobilbranche, hatte bereits in den vergangenen Jahren seine Kapazitäten heruntergefahren. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen ein Freiwilligenprogramm aufgelegt, das derzeit noch umgesetzt wird und mit dem nahezu 2000 Stellen abgebaut werden sollten. Seit Ende 2018 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Schaeffler-Gruppe insgesamt um rund 8250 auf 84.223 verringert.

Situation der Zulieferer gilt als besonders prekär

"Trotz einer Belebung der Nachfrage in allen drei Sparten und vier Regionen in den letzten Monaten bleibt die Unsicherheit über den weiteren Verlauf der Pandemie und die daraus resultierende Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage hoch", heißt es in der Mitteilung. Vorstandschef Klaus Rosenfeld hatte zuletzt noch betont, Schaeffler sei bisher relativ gut durch die Corona-Krise gesteuert.

Die Nachricht aus Herzogenaurach kommt nur einen Tag nach einem "Autogipfel" in Berlin, bei dem Bundesregierung und Industrie Maßnahmen zur Stärkung der angeschlagenen Automobilindustrie und ihrer Zulieferer in Deutschland beraten hatten. Die Situation der Zulieferer gilt als besonders prekär. Zuletzt hatte der Schaeffler-Konkurrent Continental größere Personalreduzierungen angekündigt.