Gebackener Feta mit Nusspanade, Salat mit Apfel-Honig-Dressing, Gemüsecurry mit Limettenblättern, Blaubeercrisp mit Vanilleeis. Beim Mittagsmenü, das die Schüler an der Don-Bosco-Schule in Höchstadt zubereiten, läuft einem das Wasser im Munde zusammmen. Am Montag hatten dort acht Schüler die Möglichkeit, einem echten Spitzenkoch über die Schulter zu schauen.

Sterneküche für die Stars


Jonah Ramos, freiberuflicher Koch, hat bei Sterneköchen und nur in Spitzenrestaurants gearbeitet. Er kochte auf Sylt, beim sternprämierten Manfred Schwarz in Heidelberg und beim Fernsehpreis 2008 für die Stars. Gelernt hat er sein Handwerk im Schützenhof in Würzburg. Von dort ist er nach Höchstadt gekommen, um mit den Schülern der Förderschule ein Drei-Gänge-Menü zu zaubern. "Ich habe eine Freundin, die hier arbeitet. Sie hat mich angesprochen, ob ich nicht Lust hätte", sagt der 29-Jährige und rührt weiter in seinem Topf. Darin befindet sich eine Suppe aus Süßkartoffeln, Broccoli, Bohnen und Auberginen. Verfeinert mit Limettenblättern. Ein vegetarisches Curry mit asiatischer Note.
Bewusst habe Ramos das Menü aus Produkten zusammengestellt, die die Jugendlichen nicht so häufig essen. Kein Fleisch, viel Vollkorn und Gemüse. Frisch geschnippelt von den fleißigen Händen der Siebt- und Achtklässler.
Einer von ihnen ist der 15-jährige Florian Schneider. Er steht am Herd und wendet die panierten Würfel aus Schafskäse in der Pfanne. "Auf die freue ich mich schon am meisten. Die schmecken gar nicht so gesund", schmunzelt er.

Gesundes kann lecker schmecken


Starkoch Jonah Ramos liegt es am Herzen, dass die Jugendlichen mit vollwertigen und frischen Gerichten in Kontakt kommen. "Am besten ist es, wenn die Schüler am Ende sagen: Hey, Gesundes kann ja auch lecker schmecken. Mit Grünkernbratlingen kann man sie natürlich nicht hinter dem Ofen hervorlocken." Mit piefiger Schmalkost-Küche hat das, was da in der Schulküche brutzelt und bäckt, köchelt und brät tatsächlich nichts zu tun.
Zweimal in der der Woche kochen hier in der Mittagsbetreuung der Don-Bosco-Schule Schüler für Schüler. Die Fachlerlehrerin für Hauswirtschaft, Gabriele Batz, weiß, wie es um die Ernährung der Kinder bestellt ist: "Natürlich dominieren Fast-Food und Fertigerichte den Alltag der Schüler. Das ist nicht nur ungesund, sondern auch schlecht für die Konzentrationsfähigkeit in der Schule. Ein vitamin- und nährstoffreiches Essen ist einfach unersetzlich."
Zudem sei auch die Unregelmäßigkeit, mit der die Kinder essen, ein großes Problem. Viele der Schüler kämen mit leerem Magen und ohne Pausenbrot zur Schule. Mittags seien sie dann oft auf sich zu alleine gestellt. Viele bekämen von den Eltern kein Geld für ein Essen in der Schule. "Es ist oft traurig zu sehen, wenn eine hungrige Schülerin da steht und nur wenige Cent des Taschengeldes dabei hat."

Mittagsangebot an der Schule


Die Mittagsbetreuung und die Snacks, die die Jugendlichen im Schülercafe zubereiten, sind hierfür ein gutes Angebot. Und auch die Aktion mit dem Spitzenkoch hilft, die Schüler für eine bessere Ernährung zu begeistern. "Sie sind mit Feuer und Flamme dabei. Natürlich motiviert es sie umso mehr, wenn sie zusammen mit einem Starkoch die Löffel schwingen können", sagt Batz.
Der 14-jährige Vendelin Ziga kocht selbst öfter zu Hause für die Familie. "Am Wochenende oft mal einen Schweinebraten. Unter der Woche mache ich etwas Schnelles. Vielleicht einmal ein Geschnetzeltes", sagt Vendelin, der eine weiße Kochmütze auf dem Kopf trägt. Er interessiere sich sehr fürs Kochen. Von Limettenblättern hat er bisher nur gehört. Jetzt ist er gespannt, wie der asiatische Gemüseeintopf schmeckt. Und Vendelin überlegt sich, mit einer Kochlehre vielleicht selbst einmal in die Fußstapfen des Starkochs zu treten.