Es ist eine denkbar schlechte Witterung für Gerüstbauer. "Kälte ist nicht so schlimm, da kann man sich schützen. Aber der Wind ist schlecht", sagt einer der Arbeiter auf dem Vorplatz vor der Stadtpfarrkirche St. Georg in Höchstadt. Er und seine Kollegen waren am Donnerstag damit beschäftigt, das Gerüst zu entfernen. Ein sichtbares Zeichen, dass die Renovierungsphase von St. Georg ihrem Ende entgegen geht.

Das Dach ist komplett fertig. Zwar wird im Inneren noch gemalert und geputzt. Doch bald ist die Kirche wieder offen.

Dekan Kilian Kemmer freut sich, dass das Gotteshaus zu Weihnachten wieder genutzt werden kann. Den Auftakt der Festgottesdienste macht zur Wiedereröffnung am Samstag, 23. Dezember, eine Prozession, an der auch Erzbischof Ludwig Schick teilnehmen wird. (Alle Termine siehe unten)

Seit 8. Mai ist die Kirche wegen umfassender Erneuerungen im Innenbereich sowie des Daches gesperrt. Ursprünglich sei eine Wiedereröffnung am 3. Advent eingeplant gewesen, sagt Kemmer. Doch eine Kirchenrenovierung ist eine aufwendige Angelegenheit. Dass es nur bei einer einwöchigen Verzögerung geblieben ist, sei eine große Leistung der Handwerker.

"Ich habe es mir einfacher vorgestellt. Aber der Ist-Zustand ist absolut rekordverdächtig", sagt Kemmer. Selbst die Arbeiter, die den Vergleich zu anderen Kirchenbaustellen haben, seien erstaunt gewesen, dass sie es in dieser Zeit geschafft haben.

Weihnachten kann also wie gewohnt in St. Georg gefeiert werden. Doch komplett fertig sei man noch nicht, betont Kemmer.

So müssen die Seitenschiffe noch gesperrt bleiben. Dort sind die Arbeiter noch damit beschäftigt die Wände von der alten Dispersionsfarbe zu befreien. Momentan sind die Seitenschiffe noch mit grünen Planen abgehängt. "Das wird noch ansehnlicher verkleidet", sagt Kemmer. Die 50 Sitzplätze, die durch die Sperrung wegfallen, könne man aber durch Stühle ausgleichen.

Nach den Feiertagen im neuen Jahr werden die Arbeiter dann mit der Fertigstellung der Seitenschiffe beginnen. Auch der Eingangsbereich, der einen verglasten Windfang und eine Hebebühne für den barrierefreien Zugang bekommt, wird im neuen Jahr gemacht .

Erst dann beginnt der Einbau der Orgel. Die Orgelweihe ist am 23. März durch Domkapitular Wolfgang Klausnitzer geplant. Bis dahin wird man sich mit einer geliehenen elektronischen Orgel behelfen.
Der Hochaltar sei zwar bereits grundgereinigt, sagt Kemmer. Für feinere Nacharbeiten müsse er aber nach Fronleichnam noch einmal eingerüstet werden.

1,6 Millionen Euro koste die Renovierung. Darin inbegriffen die Arbeiten am Dach. 65 Prozent davon übernehme das Erzbistum. Den Rest müsse die Gemeinde stemmen, so Kemmer. Zu diesen rund 560.000 Euro kämen noch einmal etwa 100.000 Euro für die Erneuerung der Orgel.

Kein Pappenstiel für die Gemeinde. "Das leere Orgelgehäuse ist Ausdruck der leeren Kassen", sagt Kemmer lachend. Doch er ist zuversichtlich, dass bei einem Spendenaufruf, der an Weihnachten ausliegen soll, noch ausreichend Mittel zusammen kommen.

Termine zur Wiedereröffnung von St. Georg:

Am 3. Advent, am Sonntag, 17. Dezember, findet der letzte Sonntagsgottesdienst außerhalb der Stadtpfarrkirche in der Aula der Ritter-von-Spix-Mittelschule statt.

Wiedereröffnung der Stadtpfarrkirche ist am Samstag, 23. Dezember. Um 18 Uhr wird es eine Prozession mit Übertragung der Allerheiligsten von der Spitalkirche zur Pfarrkirche geben. Erzbischof Ludwig Schick wird dabei sein.

Am 24. Dezember findet vormittags die Feier des 4. Advents mit Gottesdiensten um 8.30 Uhr und 10.30 Uhr statt.

Nachmittags finden in der Pfarrkirche dann Feiern zu Heilig Abend um 14.30 Uhr mit Kindersegnung, um 16 Uhr die Heilige Messe und um 23 Uhr die Christmette statt.

An den Feiertagen gilt die normale Gottesdienstordnung.