Es war alles andere als eine Abwehrschlacht, die die Zuschauer in der Schwarzenfelder Sporthalle zu sehen bekamen, an Unterhaltungswert magelte es nicht: 77 Tore, 13 Zeitstrafen und zwei Platzverweise schlugen beim Aufeinandertreffen der Bezirksoberliga-Handballer der Turnerschaft Herzogenaurach mit der HSG Nabburg/Schwarzenfeld nach 60 Minuten zu Buche. Mit 37:40 mussten sich die Aurachstädter letztlich geschlagen geben.

HSG Nabburg/Schwarzenf. - TS Herzogenaurach 40:37

Bereits von Spielbeginn an agierten beide Abwehrreihen äußerst fahrlässig. Nutznießer davon waren die Rückraumspieler. Denn diese lieferten ein munteres Wettschießen ab. Während die Turnerschaft in der Defensive vor allem die beiden Halb-Angreifer der HSG zu keinem Zeitpunkt unter Kontrolle hatte, waren es auf der anderen Seite des Spielfeldes meist Einzelaktionen, welche die Herzogenauracher zu leichten Torerfolgen brachten. Zudem kam, dass keiner der drei eingesetzten TSH-Keeper auch nur ansatzweise einen glücklichen Tag erwischte. Diese mussten zusehen, wie ihre Vorderleute besonders in Zweikampf-Situationen reihenweise das Nachsehen hatten. Keine der beiden Mannschaften präsentierte sich in Normalform, was wohl auch der bereits entschiedenen Tabellenkonstellation wenige Wochen vor Saisonschluss geschuldet war. Mit jeweils 18 erzielten Toren gingen beide Teams nach einer halben Stunde in die Pause.

Wer daraufhin eine Leistungssteigerung erwartet hatte, wurde enttäuscht. Unverändert und weiterhin mit offenem Visier kehrten die beiden Bezirksoberligisten auf das Parkett zurück, sodass sich bereits nach wenigen Spielminuten ein erneutes Torfestival abzeichnete. Dabei gelang es den Gastgebern, von einer schwachen Anfangsphase der Schuhstädter zu profitieren. Letztere gerieten durch leichtfertige Ballverluste ins Hintertreffen und mussten die Hausherren aus der Oberpfalz nach und nach davonziehen lassen. Diese bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf fünf Treffer aus (28:23) und deklassierten vor allem über Blödt (10/2 Tore) und Schießl (9) die Herzogenauracher Abwehr.

Allerdings gaben die Gäste in den Schlussminuten noch einmal ein Lebenszeichen von sich: Nach einer tollen Aufholjagd, die sie bis auf ein Tor Unterschied herangeführt hatte (37:36), war die Partie erneut offen. Ein weiteres Mal kassierten die Gäste in dieser Phase jedoch vier Zeitstrafen, die in den Platzverweisen gegen Thomas Janson und Jürgen Wonner gipfelten. Dadurch standen kurz vor Abpfiff nur noch zwei Feldspieler der Turnerschaft auf dem Spielfeld, was einer Vorentscheidung glich.

"Unser Abwehrverhalten war absolut desaströs. Erfreulich war lediglich, dass unser Youngster Marco Loncar positiv aufgefallen ist", meinte TS-Trainer Kundmüller nach Abpfiff. Seine Herzogenauracher mussten somit die zweite Pleite in Folge einstecken und rutschen auf den dritten Tabellenplatz ab. Erst in zwei Wochen kann diese Bilanz beim Heimspiel gegen Amberg wieder aufpoliert werden.

TS Herzogenaurach: Manz, Kammerer, Schauer - Josnik (4), Janson (4), Wonner (2), Loncar (5), P. Wolf (7), M. Wolf (3), Hentschke (3), Hettchen (5/5), Neumann (3), Theiss (3), Kundmüller