Den Großteil seiner Karriere hat Udo Schroft bei seinem Heimatverein TSV Brand verbracht und trug nicht nur auf dem Platz Entscheidendes zum Erfolg des längst in der Kreisliga 2 ER/PEG etablierten Klubs bei. Neben etlichen Punktspielen für den TSV führte der 50-Jährige einen ganzen Nachwuchsjahrgang inklusive des eigenen Sohnemanns als Trainer an den Seniorenbereich heran. Die Früchte seiner Arbeit verfolgt der frühere "Zehner" mittlerweile als Platzwart.

Wer hat Sie angespielt?

Udo Schroft: Das war Mario Hofmann, ich habe mit ihm in Neunkirchen zu Bezirksoberliga-Zeiten in einer Mannschaft gespielt. Wir stehen in Kontakt und sehen uns immer wieder einmal, zuletzt auch häufiger, als Neunkirchen in der Kreisliga gegen den TSV Brand spielte. Was hat Ihnen mehr Spaß gemacht: die Laufbahn als Spieler oder das Amt des Juniorentrainers?

Beides hat unglaublich viel Spaß gemacht, ich habe sehr gerne Fußball gespielt und konnte das auch jahrelang auf gutem Niveau ausüben. Mein Potenzial habe ich aber nie ganz ausgeschöpft. Heute bereue ich es, Angebote aus der Bayernliga wie von Jahn Forchheim abgelehnt zu haben. Die Zeit als Trainer möchte ich nicht missen, es waren zehn wunderschöne Jahre mit einem überragenden 1994er-Jahrgang, der immer Lust auf Fußball hatte und regelmäßig beim Training erschien.

Die Jungs waren für mich, aber auch für den Verein ein Glücksfall. Ich konnte ihnen etwas weitergeben und wir haben diverse Titel geholt, sei es den Bau-Pokal, den Oettinger-Pokal oder auch Hallenkreismeisterschaften. Am schönsten war für mich, dass so viele aus meiner Mannschaft den Sprung in den Seniorenbereich gepackt haben. Bis heute spielt der eine oder andere noch für den TSV. Das ist für den Verein fast wichtiger als die Erfolge. In den vergangenen Jahren halfen Sie immer wieder einmal bei der ersten und zweiten Mannschaft aus. Ist diese Zeit endgültig vorbei oder sieht die Kreisliga nochmal den 50-Jährigen Udo Schroft?

Nein, meine aktive Laufbahn ist endgültig beendet. Rein auf das Fußballerische bezogen ginge es vielleicht noch, in Sachen Physis hat man in meinem Alter gegen die Jungen aber keine Chance mehr, so realistisch muss man sein. Trotzdem bin ich noch nah dran, mein Sohn Dominik spielt in der ersten Mannschaft. Ich lebe meine Leidenschaft nur noch als Platzwart aus und das macht mir viel Spaß.

Wie sehen Sie die aktuelle Situation beim TSV?

Ich kann nicht ganz verstehen, warum wir im bisherigen Saisonverlauf nicht konstant auftreten können und im unteren Mittelfeld festhängen. Nach zuletzt zwei Siegen sahen wir beim 0:3 in Uttenreuth schlecht aus. Natürlich fehlen uns ein paar wichtige Spieler, zuletzt auch unser Spielertrainer Alexander Roth, trotzdem ist die Qualität für Platz 5 bis 8 zweifellos vorhanden. Der Kader ist eigentlich zu gut, um nur gegen den Abstieg zu spielen, doch bekanntlich lügt die Tabelle nicht und daher müssen wir aktuell mehr nach unten als nach oben schauen. Das Zusammenspiel zwischen dem Trainergespann und der Mannschaft funktioniert aber sehr gut. Die beiden leisten sehr gute Arbeit und verstehen sich bestens mit den Jungs.

An wen spielen Sie weiter?

Ich nominiere Wolfgang Schmitt vom FC Dormitz. In meiner Jugendzeit beim ASV Herzogenaurach war er ein wichtiger Mentor für mich. Er war für mich einer der besten Fußballer im Kreis, stets ein fairer Sportsmann und ist ein feiner Kerl.

? Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.