"Noch einmal stürmt, noch einmal, liebe Freunde", heißt es in William Shakespeares Historiendrama "Heinrich V.", und auch die Höchstadt Alligators müssen in der Vorrunde der Eishockey-Bayernliga noch einmal ran. Beim direkten Tabellennachbarn, dem HC Landsberg, müssen die personell gebeutelten Panzerechsen am kommenden Sonntag mindestens einen Punkt holen, um den für die Play-offs vor allem psychologisch wichtigen fünften Rang gegen die Oberbayern zu verteidigen.


Unerklärliche Aussetzer

Der bisherige Saisonverlauf hat gezeigt, dass es sehr eng zugeht in der Bayernliga. Neben dem ESV Buchloe, der als Tabellenzehnter mit 32 Punkten noch um die Teilnahme an der Zwischenrunde fürchten muss, liegen die Teams auf den Plätzen 1 bis 9 nah beieinander. Lindau und Dorfen haben sich oben etwas abgesetzt, doch eine absolut dominierende Mannschaft ist nicht in Sicht.
Jede leistete sich den einen oder anderen Aussetzer. So auch der Höchstadter EC, der gegen den Aufsteiger ESC Geretsried zweimal kein Land sah.
Der Tabellenletzte sammelte bisher überhaupt nur 14 Zähler, sechs davon gegen die Alligators. "Gott sei dank sehen wir die Riverrats in den Play-offs nicht wieder", sagte dementsprechend erleichtert HEC-Pressesprecher Martin Steinau, der sich nicht erklären kann, wie die beiden deutlichen Niederlagen (4:8, 3:10) zu Stande kamen. "Hätten wir diese zwei Spiele gewonnen, wären wir punktemäßig auf Augenhöhe mit Dorfen und Lindau", erklärte Steinau weiter.
Doch Rechenspiele bringen nichts. Die Aischgründer sind in den Play-offs dabei, und dort werden die Karten neu gemischt. Erfreulich ist, dass sich das Lazarett langsam lichtet. Gegen den TSV Peißenberg wagte sich Jiri Ryzuk nach langer Pause wieder aufs Eis, hatte seinen Anteil am wichtigen 3:2-Erfolg, mit dem das Team einem seiner Fanclubs, den "Fanatics", am Dreikönigstag ein schönes Geschenk zum fünften Geburtstag machte.
Und aktuell sieht es so aus, dass auch Richard Stütz und Martin Vojcak rechtzeitig fit werden, um in den Kampf um die Viertelfinalplätze einzugreifen. Da Tomas Urban seine Strafe abgesessen hat, kommt nach den kräftezehrenden Wochen in schmaler Besetzung viel frischer Wind in die Truppe, der für die anstehenden Aufgaben auch nötig ist. Darüber hinaus wollen die Alligators die Transferperiode bis 31. Januar nutzen, um sich punktuell zu verstärken - vorausgesetzt, es gibt Spieler, die charakterlich zum Team passen. Aus heutiger Sicht scheint alles möglich - vom Scheitern im Viertelfinale bis hin zum erneuten Einzug ins Endspiel.


"Best-of-Five" ab Viertelfinale

Doch bis dahin muss zunächst die Play-off-Zwischenrunde überstanden werden, die am kommenden Freitag beginnt (der genaue Spielplan steht noch nicht fest). Die ersten zehn Mannschaften spielen in zwei Gruppen à fünf Teams die Rangfolge für das Viertelfinale aus. Das Besondere dabei: Hin- und Rückspiel gegen den gleichen Gegner werden jeweils an einem Wochenende (Freitag/Sonntag) ausgetragen. Für die jeweils Fünftplatzierten der beiden Gruppen ist die Saison nach nach der Zwischenrunde beendet. Ab dem Viertelfinale werden alle Begegnungen im Modus "Best-of-Five" gespielt. Wer zuerst drei Siege errungen hat, ist eine Runde weiter.
Auch für die Teams auf den Plätzen 11 bis 14 ist die Saison nach der Vorrunde noch nicht zu Ende. In einer Play-down-Doppelrunde (Hin- und Rückspiel) machen die vier Mannschaften untereinander aus, wer den direkten Gang in die Landesliga antreten und wer sich in der Relegation dem Landesliga-Vizemeister stellen muss.