Am 4. Oktober wurde das Spiel zwischen dem FC Burk und dem SC Adelsdorf in der Fußball-Kreisliga 1 Erlangen/Pegnitzgrund abgebrochen. Schiedsrichter Sedat Özdemir zeigte nach 70 Minuten dem Adelsdorfer Andi Mönius, dessen Team zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 führte, die Gelb-Rote Karte und fühlte sich daraufhin von diesem bedroht: Die Standpunkte und Ansichten zu den Vorkommnissen waren grundverschieden, weshalb letzte Woche eine mündliche Verhandlung vor dem Kreissportgericht stattfand. In Folge dieser Verhandlung wurden nun die Urteile gefällt: Der SC Adelsdorf, der den Spielabbruch laut Sportgericht verursacht hat, verliert die Partie im Nachhinein mit 0:2 am Grünen Tisch.
Wie in der Urteilsbegründung nachzulesen ist, kam das Gericht zur Überzeugung, dass Mönius den Schiedsrichter nach seinem Platzverweis angerempelt hat, der Spielabbruch daher gerechtfertigt war.
Andi Mönius wird wegen einer Tätlichkeit sowie des Verschuldens des Spielabbruchs bis einschließlich 3. Februar 2016 gesperrt. Weil ein Großteil der Sperre auf die Winterpause fällt, muss er acht Pflichtspiele aussetzen. Der SC Adelsdorf erhält eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Zudem trägt der Spieler unter Mithaftung des Vereins die Kosten des Verfahrens.
Darüber hinaus werden zwei weitere Adelsdorfer wegen unsportlichen Verhaltens belangt, die sich im Laufe der besagten Aktion einmischten: Sebastian Wölfel wird bis einschließlich 15. November gesperrt, kann also noch vor der Winterpause wieder eingreifen. SCA-Trainer Manfred Dedaj muss eine Geldstrafe in Höhe von 50 Euro zahlen. Der SC Adelsdorf hat nun eine Woche Zeit, schriftlich Berufung einzulegen."Wir überlegen noch, ob wir das Urteil akzeptieren oder weitere Schritte einleiten. Mehr möchte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen", erklärte SCA-Spielleiter Marco Wirth gestern auf Nachfrage des Fränkischen Tags.
Kreis-Schiedsrichterobmann Stefan Stadelmann sagte unserem Partnerportal anpfiff.info: "Leider sind die Strafen, wenn es um Angriffe gegen Schiedsrichter geht, bei uns im Kreis viel zu schwach." Solche Gerichtsurteile seien für manche auf den Fußballplätzen ein Freibrief, der zu größeren Eskalationen führen kann", sagte Stadelmann, der sich härtere Sanktionen gegen die Adelsdorfer gewünscht hätte.