Etwa drei Wochen lang dauert die Vorbereitung der Handballer der Turnerschaft Herzogeanurach noch an. Bereits elf Mal hat sich die neuformierte Herrenmannschaft um Spielertrainer Ingo Kundmüller bislang mit anderen Mannschaften aus der Region gemessen. Am vergangenen Samstag trugen die Akteure der TSH mit den Teams aus Bamberg (Bezirksoberliga Oberfranken), Stadeln (Bezirksoberliga Mittelfranken) und Post SV Nürnberg (Landesliga Nord) ihr lang geplantes Heimturnier aus.

Die Gäste zählten im vergangenen Jahr zu den besten Mannschaften ihrer Ligen und blicken auch der kommenden Saison mit hohen Ansprüchen entgegen. Daher forderte Kundmüller von seinen Schützlingen, das Vorbereitungsturnier nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und die Chance zu nutzen, sich mit derart starken Teams ernsthaft messen zu können.

Nur zum Teil überzeugend

Den Turniertag eröffneten die Hausherren im Spiel gegen den MTV Stadeln. Die Herzogenauracher starteten passabel in die Partie und konnten im Angriff durch Einzelaktionen zahlreiche Treffer landen. In der Defensive mangelte es allerdings noch an der Feinjustierung, so dass der Abwehrblock es oftmals versäumte, sich auf die Wurfhandseite des gegnerischen Schützen zu konzentrieren. Es folgten abwechslungsreiche Minuten, in denen die Schuhstädter nur teilweise überzeugten. Dennoch hatte man den Gegner von Trainer Erwin Tabar fest im Griff und konnte die Begegnung nach 50 Spielminuten souverän mit 23:17 für sich entscheiden.

Viel vorgenommen hatten sich die Herzogenauracher für ihre zweite Turnierpartie. Gegen den Landesligisten aus Nürnberg wollte man - ähnlich wie in einem früheren Testspiel - möglichst lange mithalten und den Kontrahenten durch schnelles Umschaltspiel unter Bedrängnis bringen. Dies schien zu Beginn des Spiels auch gut zu funktionieren. Zwar fehlte in der Abwehr oftmals das entscheidende Glück, so dass zahlreiche Abpraller oder geblockte Würfe wieder in den Händen des Gegners landeten. Nichtsdestotrotz konnten aber auch die eigenen Angriffe meist erfolgreich abgeschlossen werden.

Es entwickelte sich eine völlig ausgeglichene Partie, in der lange Zeit die Männer von der Turnerschaft die Nase leicht vorn hatten. Jedoch verloren die Aurachstädter in der Mitte der zweiten Halbzeit komplett ihre Linie und ließen sich ohne Not von der aufkommenden Hektik anstecken. Dies nutzte das noch recht junge Team vom Post SV konsequent zu seinen Gunsten: Die TSHler, die zum Schluss der zweiten Hälfte lange Zeit in Unterzahl agieren mussten, versäumten es, mit dem Landesligisten Schritt zu halten und mussten sich letztlich mit 16:18 knapp geschlagen geben.

Gut aufgelegte Abwehrreihe

Mit einem Sieg im letzten Spiel wollten die Gastgeber ihr Turnier positiv abrunden. Jedoch beeindruckte die Truppe vom HC Bamberg in ihren vorherigen Spielen und überraschte besonders mit ihrem klaren 23:18-Erfolg gegen Post SV Nürnberg. Obwohl Kundmüller in diesem Spiel auf die verletzten Routiniers Michael Hettchen und Thomas Josnik verzichten musste, lieferte die "Erste" eine ansprechende Leistung ab und dominierte dank einer gut aufgelegten Abwehrreihe. Durch schnelle Tempogegenstöße wurden zahlreiche einfache Tore erzielt.

Außerdem überzeugte auch das Torhütergespann der TS in diesem Spiel vollends. Zwar kamen die Gäste aus Oberfranken in den letzten Spielminuten noch einmal zurück , jedoch war der Sieg der TSH (22:21) trotz des knappen Endergebnisses nie gefährdet. Erfreulich war zudem, dass mit Jan Sieber und Markus Theiss zwei Eigengewächse der Turnerschaft sehr gute Leistungen abriefen.

Im Anschluss an das Turnier zog Spielertrainer Ingo Kundmüller ein positives Fazit: "Ich habe heute einige sehr positive Ansätze gesehen. Jedoch waren auch einige negative Erkenntnisse dabei. Zum Beispiel dürfen wir nicht so leicht in Hektik verfallen. Das hat uns möglicherweise im zweiten Spiel ein besseres Ergebnis gekostet. Aber alles in allem bin ich zufrieden mit meiner Mannschaft." Nun warten noch drei Testspiele auf die TSH, ehe die Bezirksoberligasaison am Samstag, 28.September, in Altdorf beginnt.