Lehrgeld in Sachen Cleverness musste der Aufsteiger FC Herzogenaurach am sechsten Spieltag der Fußball-Bezirksliga Mittelfranken 1 zahlen. Spielerisch konnten die Pumas mit dem ASV Zierndorf mithalten, vor dem Tor waren die Gäste aber einfach abgezockter. Auch die SpVgg Heßdorf konnte sich zu Hause nicht durchsetzen: Nach zweimaliger Führung mussten die Seebachgründer die "Spieli" aus Erlangen ziehen lassen.

FC Herzogenaurach - ASV Zirndorf 0:4

Die Heimmannschaft begann konzentriert und kontrollierte das Spiel. Die Gäste fielen nur durch lautes Schreien und Reklamieren auf, waren aber mit dem ersten Torschuss erfolgreich: Eine Unaufmerksamkeit der Pumas ermöglichte einen genauen Pass in die Spitze, den Schmitt mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 0:1 verwertete (19.). Dann waren wieder die Pumas am Zug, doch im Eins-gegen-Eins blieb der Zirndorfer Keeper Sieger (25.). Im
weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten. Die beste hatten die Herzogenauracher, der Ball verfehlte das Gehäuse nur um Zentimeter (40.). Danach verletzte sich Alexander Neubacher bei einer Abwehraktion schwer. Bevor aber die Seiten gewechselt wurden, musste FC-Keeper Florian Peter noch dreimal Kopf und kragen riskieren, um einen höheren Rückstand zu verhindern.
Die zweite Hälfte begann wieder mit verteilten Spielanteilen. Nach einem Freistoß in der 62. Minute fiel das 0:2. Schuster schaltete am schnellsten und ließ Peter keine Chance. Die Heimmannschaft spielte weiter nach vorn, jedoch ohne sich klare Tormöglichkeiten herausarbeiten zu können. In der 75. Minute kam es in der Abwehr des FC zu einem Durcheinander in der Zuordnung. Den ersten Schussversuch konnte Peter noch parieren, jedoch landete der abgewehrte Ball wieder bei einem Zirndorfer: Müller ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen und schob zum 0:3 ein. Danach war das Spiel gelaufen. Das 0:4 durch Hermann in der 80. Minute wurde nach einem Blackout in der Hintermannschaft des FC erzielt.

SpVgg Heßdorf - SpVgg Erlangen 2:4

Wildeis hatte vor 200 Zuschauern nach zwei Minuten bereits eine Möglichkeit, doch kam er einen Tick zu spät und der Erlanger Keeper konnte klären. Die Mannen von Trainer Gerald Götz zeigten wenig Respekt vor der starken "Spieli", agierten eine Stunde lang auf Augenhöhe, waren phasenweise sogar die bessere Mannschaft. Vogel versuchte es mit einem Freistoß, dieser prallte in die Mauer und auch Linsenmeyer im Nachschuss scheiterte (32.).
Kurz darauf hatten die Gäste ihre erste Möglichkeit, doch auch dieser Schuss ging am Tor vorbei (34.). Wenig später machte es Steffen Müller, einer der besten Spieler auf Heßdorfer Seite, besser, wobei das Tor zur 1:0-Führung sehr kurios war: Der Ball war lange in der Luft und fiel hinten in die Ecke (36.), dies war gleichzeitig der Halbzeitstand.
Nach der Pause bekamen die Gäste Aufwind und glichen durch Müller aus (52.). Aber die Heßdorfer antworteten prompt, wieder war es Steffen Müller, der mit einem platzierten Schuss die erneute Führung brachte (53.). Die Erlanger waren aber nicht beeindruckt, Kind sorgte mit einem platzierten Schuss für das 2:2 (55.) - da gab es für Heinlein nichts zu halten. Heßdorf ließ sich nun zu weit zurückdrängen und wurde postwendend bestraft: Nach einer strittigen Szene im Strafraum zeigte der Schiedsrichter nach Absprache mit seinem Assistenten auf den Elfmeterpunkt, und Kind verwandelte sicher zum 2:3 (56.).
Jetzt war die Heimelf, die bis dahin sehr gut gespielt hatte, völlig aus dem Takt. So kamen die Erlanger zu ihren Möglichkeiten. Gleich drei Torschüsse und auch ein Heber über Schlussmann Heinlein ging am Tor vorbei (69.). Tumultartige Szenen im Heßdorfer Strafraum führten nicht zu einem zweiten Elfmeter für die SpVgg.
Die Heßdorfer hatten nicht mehr viel entgegenzusetzen, Vogel versuchte es mit einem Freistoß (72.), dieser landete aber direkt in den Armen des Erlanger Keepers. Kurz darauf fiel das 2:4 durch Diederichs, der aus spitzem Winkel zum Abschluss kam (74.). Obwohl noch zwei Spieler aus Erlangen mit "Gelb-Rot" vom Platz gestellt wurden, schaffte es Heßdorf nicht, an seine gute Leistung aus der ersten Halbzeit anzuknüpfen und verlor verdient.