Das Ergebnis täuscht etwas über den Spielverlauf hinweg. Die Alligators Höchstadt lieferten sich zum Auftakt der Zwischenrunde in der Eishockey-Bayernliga über weite Strecken ein Duell auf Augenhöhe mit dem EHC Waldkraiburg, ließen aber im Gegensatz zu den Gastgebern die Effektivität vor dem Tor vermissen. Schon morgen hat der HEC die Chance, die Scharte auf eigenem Eis wieder auszuwetzen, muss dafür aber in in Sachen Kreativität und Biss eine Schippe drauflegen.


EHC Waldkraiburg - Höchstadter EC 9:1

Schon die ersten Minuten zeigten, dass die Partie auf einem ganz anderen Niveau stand, als die Spiele der letzten Wochen. Vor allem Waldkraiburg drückte in der Anfangsphase auf die Tube - die Parade-Reihe des EHC mit Kaltenhauser, Wagner und Marek hielt das Tempo permanent hoch und war bestrebt, aus jeder Situation einen Abschluss zu generieren.
Das hatte schon nach 19 Sekunden Erfolg, als ein von Goalie Schnierstein abgewehrter Paderhuber-Schuss bei Marek landete, der zum 1:0 abstaubte. Der HEC hatte Probleme dagegenzuhalten und hätte sich nicht beschweren können, wenn Trox nach einem schnellen Konter das 2:0 nachgelegt hätte (4.), doch Schnierstein war auf dem Posten.
Auch in der Folge gaben die Löwen den Ton an und belohnten sich - mit etwas Glück - in der 14. Minute: Ein Fernschuss wurde von einem Schlittschuh zu Hämmerle abgefälscht, der keine Mühe hatte, den zweiten Treffer zu erzielen. Dieser war wie ein Weckruf für die Alligators, die endlich ihre Linie fanden und einige gefährliche Angriffe fuhren. Daniel Sikorskis Schuss zischte knapp am Gehäuse vorbei (17.), aber auch Markus Babinsky, der die Abwehr ausgetanzt hatte und allein vor Torwart Vetter auftauchte (19.), blieb der Anschlusstreffer verwehrt.


Selbst in Überzahl geht nichts zusammen

Diesen Schwung konnten die Gäste nicht ganz ins zweite Drittel retten, obwohl Waldkraiburg nicht mehr ganz so sehr aufs Tempo drückte, wie zu Beginn. Die Kontrahenten neutralisierten sich meist - mit einem Unterschied: Die Löwen zeigten bei ihren Offensivaktionen mehr Biss als die Höchstadter, die oft zu umständlich agierten, zu ungenau zielten und den unbedingten Willen vermissen ließen, zum Torerfolg zu kommen. Selbst bei einer doppelten Überzahl - eigentlich eine Paradedisziplin des HEC - sprang nichts heraus. Die Hausherren machten es besser. Im Powerplay brauchte Vogl nach Querpass von Hilpert nur noch zum 3:0 einzuschieben (28.), Fabian Kanzelsberger erhöhte mit einer perfekten Direktabnahme von der blauen Linie auf 4:0 (38.).


Resignation macht sich breit

Der Schlussabschnitt begann mit einem weiteren Nackenschlag für die Panzerechsen. Noch keine halbe Minute war gespielt, bis abermals Kanzelsberger mit dem 5:0 zur Stelle war. Es drohte ein bitterer Abend zu werden, zumal Vogl zu einem Solo über das ganze Spielfeld ansetzte, dieses mit dem Treffer zum 6:0 (44.) krönte und nur eine Minute später auch noch das 7:0 nachlegte. Es machte sich etwas Resignation breit, daran konnte auch der Ehrentreffer, den Tomas Urban bei doppelter Überzahl nach Vorarbeit von Daniel Jun markierte, nichts ändern (48.). Waldkraiburg spielte dagegen wie im Rausch, und weil sich Schnierstein verschätzte, hatte Trox keine Mühe, bei Unterzahl der Löwen zum 8:1 ins leere Tor zu treffen. Für den HEC ging es jetzt nur noch darum, das Spiel irgendwie über die Bühne zu bekommen, doch Waldkraiburg hatte noch nicht genug: Sturmführer Kaltenhauser setzte mit dem 9:1 den Schlusspunkt unter ein Spiel, das auf Höchstadter Seite doch einige Fragen aufwirft.


Die Statistik zum Spiel

EHC Waldkraiburg - Höchstadter EC 9:1 (2:0, 2:0, 5:1)

EHC Waldkraiburg: Tor: Vetter, Birk; Verteidigung: A. Kanzelsberger, Paderhuber, F. Kanzelsberger, Rott, Andrä, Hilpert, Seifert; Angriff: Marek, Kaltenhauser, Wagner, Hipetinger, Hämmerle, Führmann, Trox, Vogl, Hagemeister

Höchstadter EC: Tor: Schnierstein, Fous; class="artFett">Verteidigung: Sikorski/Urban, Babinsky/Stütz, Ryzuk/Kaczmarek;
Angriff: Jun/Grau/Hiendlmeyer, A. Lenk/Kreuzer/Dzemla, Tratz/ Seelmann/Gäbelein

SR: Florian Gschwendtner, Alex Loosley, Jan Norrgård

Zuschauer: 500

Tore: 1:0 Marek (1.), 2:0 Hämmerle (14.), 3:0 Vogl (28.), 4:0 F. Kanzelsberger (37.), 5:0 F. Kanzelsberger (41.), 6:0 Vogl (44.), 7:0 Vogl (46.), 7:1 Urban (47.), 8:1 Trox (48.), 9:1 Kaltenhauser (56.)

Strafzeiten: 20 / 22