Zum siebten Mal trafen sich Anhänger des Motocross-Sports aus Nah und Fern auf dem Airtime Field des Motorradclubs Mühlhausen. Insgesamt 650 Starter gingen im Rahmen der größten Rennserie im deutschsprachigen Raum, der Deutschen Cross Country Meisterschaft, an den Start.
Eigens dafür hatten die Verantwortlichen des MC Mühlhausen anspruchsvolle Parcours ausgetüftelt, die den Motorrad- und Quadfahrern einiges abverlangten. Denn schon bei einem Rundgang um die Strecke wurde den rund 500 Zuschauern und Fans, die an beiden Tagen das wilde Treiben beobachteten, schnell klar, worauf es bei den verschiedenen Streckensektoren ankommen würde: Geschicklichkeit, Mut, Konzentration und Erfahrung.

Doch egal, ob der Weg durch den wurzeligen Wald, die hügelige Acker- oder die tückische Baumstumpf-Landschaft führte - die Sportler, unter denen sich auch zahlreiche Österreicher, Tschechen und Schweizer befanden, sorgten mit spektakulären Stunts und waghalsigen Sprüngen für großen Unterhaltungswert bei Publikum. Der Überblick durfte dabei allerdings nicht verloren werden.

Kein Platz für Rücksicht

"Am Samstag mussten wir erstmals die Sanitäter holen. Da ist ein Starter bei einer Röhre seitlich weggerutscht. Aber ich denke, dass das lediglich ein einfacher Knochenbruch war", erzählt der Sportleiter des MC Mühlhausen, Peter Hartrumpf mit erleichterter Miene. Für abgehärtete Motocross-Anhänger beinahe schon eine alltägliche Verletzung.
Dass auf den Rennstrecken über Stock und Stein dabei nicht mehr Unfälle passieren, gleicht bei genauer Beobachtung fast schon einem Wunder. Denn für gegenseitige Rücksichtnahme scheint unter all dem aufgewirbelten Staub kein Platz mehr zu sein. "Besonders in den engen Sektionen", erzählt Motorradfahrer Andy Hartrumpf vom MC Mühlhausen, "geht es manchmal ganz schön knapp zu. Zurückziehen gibt es aber nur in den wenigstens Fällen." Zu groß wäre der Zeitverlust. Immerhin könnten am Ende Zehntelsekunden entscheiden.

Alles abverlangt

Hartrumpf ging dieses Jahr bereits zum fünften Mal bei der Cross Country Meisterschaft an seiner Heimatstrecke an den Start. Der 22-jährige Bankkaufmann hat seinen sportlichen Ausgleich im Motocross gefunden. Seit etwa acht Jahren sitzt er regelmäßig auf dem Motorrad. Durch seinen Vater sei er damals zu dem nicht ganz ungefährlichen Motorsport gekommen. Dieses Jahr wagte Hartrumpf sich erstmals an den Profi-Durchlauf XC-Advanced heran. Dies ist ein zweistündiges Rennen durch verschiedene Streckenabschnitte, die selbst erfahrenen Cross-Fahrern wirklich alles abverlangen.
Als einziger Mühlhausener ging Andy Hartrumpf in dieser Challenge an den Start und zollte seiner Heimatstrecke großen Respekt: "Mein Ziel ist es, einfach nur gut durchzukommen und nicht zu stürzen." Als 15. von insgesamt 17 Startern beendete er schließlich das Rennen. Lutz Beste (Advanced), Tim Apolle (Experts) und Cory Nemeth (Pro) konnten in den verschiedenen Riegen ihren Favoritenrollen gerecht werden und belegten jeweils Rang 1.
Organisator Peter Hartrumpf zeigte sich im Laufe zufrieden mit dem Motocross-Wochenende. Spannende Rennen, gutes Wetter und viele Zuschauer_ Mühlhausens Motorsport-Paradies ließ keine Wünsche offen.