Vor allem, wenn ganz junge und kleine Menschen an Krebs erkranken und dem Tod ins Auge blicken müssen, reagiert die Umwelt oftmals nicht nur mit Trauer, sondern auch mit Zorn. Es ist die Wut darüber, dass gerade Kinder, die das ganze Leben ja noch vor sich haben, von dieser schlimmen Krankheit nicht verschont werden.

Umso wichtiger ist es, die Kinder zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten zu bieten, diesen Kampf gegen den Krebs zu bestehen. Und da sind auch begleitende Maßnahmen wichtig. An der Kinderklinik in Erlangen läuft derzeit ein Pilotprojekt, das den Stellenwert des Sports während der Therapie in den Fokus rückt. Sport soll nicht nur in anschließenden Rehabilitationsphasen gefördert werden, sondern bereits während der Therapie.

"Mit Sport und Ernährung gegen Krebs bei Kindern" lautet die Botschaft, die von der Kinderklinik der Uni Erlangen, noch als einzige in Bayern übrigens, gemeinsam mit dem Verein "Toy Run - Träume für kranke Kinder" verbreitet wird. Man ist mit "Active Onco Kids Erlangen" einem bundesweiten Netzwerk angeschlossen.

Ziel ist es zu erreichen, dass die Krankenkassen solche Maßnahmen schon frühzeitig finanzieren. In erster Linie geht es jetzt darum, die Anstellung von zwei Sportwissenschaftlerinnen zu finanzieren. Das sagte Marion Müller, die Vorsitzende des Vereins, am Mittwoch in Herzogenaurach. Die beiden Frauen sind schon seit zwei Jahren für diese Aktion im Einsatz. Doch es dauert laut Müller sicher noch zwei bis drei Jahre, um die nötige Datenmenge zu erfassen. Damit man zur Umsetzung der Studie auch die entsprechend belastbaren Zahlen Ergebnisse.

Zentrale Ziele dieser Bewegungstherapie sind es unter anderem, die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapien zu reduzieren. Leistungsfähigkeit und Selbstbewusstsein der jungen Kranken könnten gesteigert und das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) vermindert werden. Und schließlich dienen sportliche Aktivitäten, die dem Alter und der Krankheit entsprechend angepasst werden, auch der Steigerung der Lebensqualität und des Wohlbefindens. Der Appell der Organisatoren: "Bitte unterstützen Sie uns, Sport und richtige Ernährung als feste Bestandteile der stationären Therapie zu entwickeln, damit die positiven Auswirkungen in Zukunft allen Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankung zugutekommen können."

Der Rotaryclub Herzogenaurach ließ sich da nicht zweimal bitten. Für den amtierenden Präsidenten Jean Karalis war das genau der Inhalt, den er sich als jährliches Thema des Charity-Projekts auswählen wollte. Also hat er sich mit dem Verein rechtzeitig besprochen, und so entstand die erste Weihnachts-Wunschbaum-Aktion in der Geschichte des in Herzogenaurach mit 15 Jahren noch jungen Serviceclubs.

In der Sparkasse war ein solcher Wunschbaum aufgestellt, und jeder Bürger konnte eine Spende nach Wahl entrichten, als Hilfe für die krebskranken Kinder. Auf diese Weise kamen 22 000 Euro zusammen, die jetzt an Marion Müller und ihren Ehemann Stefan übergeben wurden. Als Schirmherr der Aktion hatte man den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann gewinnen können. Der kam zur Übergabe extra nach Herzogenaurach und freute sich auch persönlich über den Erfolg der großartigen Aktion. Durch die ehrenamtliche Tätigkeit seiner Frau als Vorsitzende des Fördervereins der Kinderklinik habe er außerdem einen engen Bezug.

Und als Alfred Sammetinger als schon bekannter "Incoming President" der Herzogenauracher Rotarier und damit der Nachfolger von Karalis ab Juli 2018 fragte, ob Herrmann denn auch zweites Mal eine Schirmherrschaft übernehmen würde, antworte der Minister deutlich: "An mir soll"s nicht liegen."