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Schlüsselfeld
Freizeit

Schlüsselfeld baut eine Bahn für fast alles, was Räder hat

Die Schlüsselfelder Stadträte haben sich für die Errichtung einer Pumptrackanlage ausgesprochen.
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So ähnlich könnte die Pumptrackanlage in Schlüsselfeld einmal aussehen.     Foto: privat
So ähnlich könnte die Pumptrackanlage in Schlüsselfeld einmal aussehen. Foto: privat

Für Biker, Skater, für die ganz Kleinen mit Laufrädern, ja sogar für Rollstuhlfahrer dürfte das ein Riesenspaß werden. Die Streckenführung soll in Asphaltbahnen angelegt werden, denn dadurch erfordert die Anlage kaum Unterhaltskosten. Außerdem sei die Ausführung in Asphalt die vielseitigste überhaupt. Sie könne mit unterschiedlichsten Gerätschaften - vom BMX-Rad über Inliner bis hin zum Cityroller - und von allen Altersgruppen befahren werden. Entstehen soll die Anlage auf dem bisherigen Beachvolleyballplatz südöstlich der Stadthalle in Verlängerung des TSV-Parkplatzes.

Fördermittel nutzen

"Wir wussten ja nicht, dass Corona kommt", kommentiert Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) die Entscheidung trotz knapper Haushaltsmittel. Denn ganz billig ist die Freizeitanlage nicht. Zurückstellen wollte man die Anlage aber auch nicht. Schließlich bietet sich für die Stadt jetzt die Chance, die nicht ungenutzt vorübergehen soll: Die LAG (Lokale Aktionsgruppe) hat Fördermittel "nachgeschossen", so dass aus diesem Topf ein Zuschuss (auf die förderfähigen Kosten) von rund 60 Prozent winkt. In Zahlen bedeutet das, dass bei Gesamtkosten von 157 000 Euro die Stadt nur etwa 75 000 Euro aus Eigenmitteln bestreiten muss.

In der Sitzung wurde die Anlage durch den Ingenieur eines spezialisierten Planungsbüros vorgestellt. Auf einer Fläche von rund 2100 Quadratmetern - 570 Quadratmeter davon sind Asphalt - werden Wellen, Kurven und Neigungen ausgeführt, die viele Möglichkeiten der sportlichen Betätigung bieten.

Die Pumptrackanlage sei aber auch "der einzige Luxus", den sich die Stadt im diesjährigen Haushalt leiste, so Bürgermeister Krapp. Über den im Finanzausschuss vorberatenen und zum Beschluss empfohlenen Etat wurde in der Sitzung am Donnerstag noch einmal lebhaft diskutiert. Trotz "Bauchschmerzen", die vielleicht mancher im Gremium hatte, wurde nichts gefunden, was man in diesem Haushalt hätte "schieben" oder gar einsparen können. Nach den Worten des Bürgermeisters handelt es sich dabei zum einen um Pflichtaufgaben, zum anderen um förderfähige Maßnahmen, deren Zuschüsse man auf keinen Fall aufs Spiel setzen dürfe. So könne das Regenrückhaltebecken in der Industriestraße nicht aufgeschoben werden, wenn man die Förderung von mehr als einer Million Euro nicht gefährden wolle. Auch wenn es "im Haushalt mehr Luft schaffen würde" sei es nicht möglich, den neuen Tiefbrunnen in Reichmannsdorf aus dem Etat zu nehmen. Ebenso müsse die Stadt bei dem zum Verkauf stehenden Johanniter-Gelände zugreifen.

Tröstlich sei, dass es sich bei den Investitionen um Finanzmittel handle, die später wieder zurückfließen. Schließlich wurde der Haushalt einstimmig verabschiedet. Wenngleich in diesem Jahr möglicherweise erstmals ein Nachtragshaushalt nötig werden könnte, wie bereits bei der Vorberatung Stadtkämmerer Franz Ludwig Findeis in den Raum stellte.