Für die einen sind sie die Lösung, um den Verkehr durch den Ort zu beruhigen, für andere sind sie einfach ein Hindernis: die so genannten "Berliner Platten", die dieser Tage im Mühlhausener Ortsteil Schirnsdorf auf die Straße gedübelt wurden.

Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) möchte damit eine Testphase einläuten, die Aufschluss darüber geben soll, ob solche Schwellen auf der Fahrbahn in Schirnsdorf Autofahrer bremsen und von den Anwohnern auch akzeptiert werden.

Die Schwellen hat sich Mühlhausen von Adelsdorf ausgeliehen. Dort hatte man vor vier Jahren versucht, den Durchgangsverkehr im Ortsteil Lauf zu bremsen. Anfangs noch recht euphorisch aufgenommen, riefen die Kunststoffteile aber schon bald auch Kritiker auf den Plan. Der zusätzliche Lärm durch starkes Abbremsen und wieder Anfahren brachte Anwohner vor allem in den frühen Morgenstunden auf die Palme.
Laut wurde es, wenn Traktoren über die Schwellen ratterten und vielleicht auch noch leere Anhänger im Schlepptau hatten.

Die Schwellen trieben in Lauf einen Keil in die Dorfgemeinschaft. Der Bürgermeister ließ die Bürger abstimmen, anschließend wurden die Teile wieder abgebaut und eingelagert.

Wie der Versuch in Schirnsdorf ausgeht, ist noch völlig offen. Mühlhausens Bürgermeister Faatz will die Schwellen auf jeden Fall so lange liegen lassen, wie die vorbeiführende Staatsstraße noch gesperrt ist. Auf ihr wird zwischen Schirnsdorf und Mühlhausen die komplette Fahrbahn erneuert.

Nach dem Test sollen die Bürger befragt werden, ob sie sich solche Geschwindigkeitsbremsen dauerhaft vorstellen könnten. Vor allem auch im Hinblick auf die anstehende Dorferneuerung in Schirnsdorf. Im Augenblick wirkt die Ortsdurchfahrt in ihrem schlechten Zustand ohnehin schon bremsend.

Durch die Sperrung der Staatsstraße weichen derzeit viele Autofahrer auf die Umleitung über Horbach aus und fahren durch Schirnsdorf. An den beiden Schwellen bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf Schrittgeschwindigkeit abzubremsen. Denn schon ab Tempo 20 muss man fürchten, dass einem die Achsen herausgerissen werden.

So sind die Schwellen beispielsweise für Autofahrer Gerhard Willsch "nur ein Hindernis". Obwohl er selbst Anlieger ist, habe er Bürgermeister Faatz schon aufgefordert, "das Zeug schnell wieder wegzumachen". Damit anfreunden könnte sich dagegen Hans Holler. Er fürchtet, dass die Autos noch schneller fahren, wenn die Ortsdurchfahrt wie geplant 2017 erneuert wird.

Für Höchstadts Polizeichef Jürgen Schmeißer sind die Schwellen "ein probates Mittel, die Geschwindigkeit zu reduzieren". Allerdings werde durch diese kostengünstige Lösung auch der Lärmpegel erhöht. Im Winter stünden sie zudem dem Schneepflug im Weg. Verschwenkungen an den Ortseingängen hält die Polizei für besser.