Die Kommandantenwahl der Feuerwehr Mühlhausen brachte einen Wechsel in der Führung: Reinhard Vogel, seit 18 Jahren an der Spitze der Aktiven, gab den Stab an seinen Sohn Stephan weiter.

Auch den zweiten Kommandanten (bislang Marco Pechthold) wählten die 27 aktiven Feuerwehrler neu ins Amt: Ralf Göring wird künftig das Amt übernehmen.

Hingegen änderte sich im Vorstand des Feuerwehrvereins nur wenig: Friedel Pickel, seit 2014 im Amt, wird den Verein auch weiterhin führen. Im Amt bestätigt wurde auch sein Vize Patrick Seidel. Bürgermeister Klaus Faatz dankte den scheidenden Kommandanten mit einem Präsent.


Alte Schmiede nutzen

Am Ende der bis gegen 22 Uhr dauernden Versammlung redete sich der wiedergewählte Vorsitzende Pickel noch seinen Frust über die Gemeinde von der Seele. Wegen der sehr beengten Verhältnisse im Gerätehaus möchte die Feuerwehr gerne die benachbarte alte Schmiede, ein gemeindeeigenes Gebäude, nutzen. Einen dahin gerichteten Antrag will Pickel an die Gemeinde jedoch nicht richten: "Wir sind eine Einrichtung der Gemeinde und der Bürgermeister ist unser Chef."

Folglich müsse die Feuerwehr auch keinen Antrag stellen. Pickels Appell an die Gemeinderäte, darüber nachzudenken, fiel sehr drastisch aus. Auch, dass seine Anträge zur Vorbereitung der 140-Jahr-Feier von den Räten zunächst einmal abgeblockt wurden, fand Pickel "absolut schwach".

Das 140-jährige Feuerwehrjubiläum, das vom 25. bis 29. Mai gefeiert wird, nahm breiten Raum in den Berichten ein. Vieles sei bereits auf den Weg gebracht worden, viel sei noch zu tun, so Pickel. Drei Zelte sollen aufgestellt werden: Ein großes Festzelt, ein Bar-Zelt und ein Küchenzelt. Dazu brauche es viele helfende Hände.

Das Jubiläum war auch der Grund dafür, dass sich der Feuerwehrverein "nur" mit 2000 Euro an der Anschaffung des Mannschaftstransportwagens, der am 17. Oktober eingeweiht wurde, beteiligt habe. Der Verein brauche für das Fest einen finanziellen Grundstock.

Überhaupt, dürfe sich die Gemeinde nicht beklagen, findet Pickel: 2015 habe der Verein rund 4000 Euro für Dinge aufgewendet, die eigentlich der Gemeinde gehören. Die Summe der letzten Jahre sei damit auf rund 15.000 Euro angewachsen. Kommandant Reinhard Vogel, der auch den Posten des Kassenverwalters inne hatte, musste daher in der Jahresbilanz ein Minus ausweisen.


Stolz auf die Feuerwehr

Bei den insgesamt 15 Einsätzen, zu denen die Feuerwehr im Berichtszeitraum gerufen wurde, handelte es sich nach Vogels Bericht um vier Brände und elf technische Hilfeleistungen. Die Wehr verfüge aktuell über 49 Aktive, darunter zehn Jugendliche. Bei den Einsätzen hatten die Aktiven 140 Stunden geleistet. Die Übungsstunden während des Jahres summierten sich auf 1100.

Einen ausführlichen Bericht über den Feuerwehrnachwuchs lieferte Stephan Vogel. Der neue Kommandant hofft, dass er bei den Jubiläumsfeiern weitere Jugendliche für die Wehr gewinnen kann. Sein Ziel ist es, eine Kinderfeuerwehr ins Leben zu rufen, in die Jugendliche unter zwölf Jahren aufgenommen werden können.
Günther Roth berichtete detailliert über den letztjährigen Vereinsausflug, der nach Mecklenburg-Vorpommern führte. In diesem Jahr werde es vom 12. bis 14. August nach Kärnten und Slowenien gehen.

"Ich bin stolz auf die Feuerwehr", sagte Bürgermeister Klaus Faatz, der insbesondere Stephan Vogel für die hervorragende Jugendarbeit dankte. Unter der Leitung des Bürgermeisters wurden auch die Wahlen durchgeführt. Die Kommandanten wurden in geheimer Abstimmung der Aktiven ermittelt.