Kein Traktor wie in der heutigen Zeit meist üblich, sondern zwei stattliche französische Kaltblutpferde brachten am Samstag die Kirchweihfichte nach Adelsdorf. "Zum ersten Mal, seit die Kerwa wiederbelebt wurde, soviel ich weiß" sagt Tobias Zoebelein, Ansager beim Baumaufstellen "Aber in alten Zeiten war das ja so üblich und wir wollen ja Traditionen bewahren." Die stämmigen Pferde, die ihren Heimatstall in Marloffstein haben, machten ihre Sache jedenfalls gut und die Burschen haben vor, diese Art des Baumeinfahrens auch in Zukunft beizubehalten. Die zahlreichen Zuschauer jedenfalls waren begeistert von dieser Idee.

Die Hauptarbeit aber war natürlich den Burschen überlassen. 22 Meter Baum - vielleicht auch 25, so ganz einig waren sie sich nicht - waren am Vormittag geschlagen, verstaut und aus dem Wald gebracht worden.
Dazu gehört hatte natürlich die traditionelle Brotzeit, die in Adelsdorf einen hohen Stellenwert beim Baumholen hat. "52 Haxen haben wir verputzt" sagt einer der Ortsburschen, der seinen Namen nicht genannt haben will. Belegt ist diese Anzahl zwar nicht, aber dass die Burschen sich die von den Frauen und Müttern gebrachten Köstlichkeiten haben schmecken lassen, das ist sicher.

Die Fichte wurde natürlich wieder millimetergenau eingepasst in die Haltevorrichtung, die am Marktplatz extra für diesen Anlass eingerichtet ist. Ein kleiner Schnitzer - der Stamm lag schon richtig an seinem Platz, bereit zum Bohren des Loches für die Befestigung, als auffiel, dass ja auch noch der Kranz an seinen Platz geschoben werden muss - wurde schnell behoben. Er ist dem, der nicht direkt dabeistand, wohl gar nicht aufgefallen. Noch einmal das Kommando: "Ein paar Schritte zurück" - der Stamm war noch nicht abgelegt - und der Fehler war rasch korrigiert.

Mehr ist aber auch nicht quergelaufen bei der Adelsdorfer Kerwa. Innerhalb kurzer Zeit stand die Fichte an ihrem Platz. Das Zelt am Freitag zum Bieranstich war proppenvoll, Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) benötigte nur seinen inzwischen bei solchen Gelegenheiten schon obligatorischen einen Schlag und das Feiern konnte beginnen. "Saugeil" sagte Kerwasbursch Georg - ein Ausdruck, der bei jungen Leuten das höchste Maß an Lob ausdrückt.

Der Festgottesdienst in der St. Stephanuskirche am Sonntag war gut besucht, ebenso wie der anschließende Frühschoppen im katholischen Pfarrzentrum samt Mittagessen und späterer Kaffeetafel. Die Gasthäuser konnten sich über mangelnde Kirchweihgäste auch nicht beklagen.