Schürrle titulierte es als Modell der "zeitversetzten" Ökumene, im nächsten Jahr werden die katholischen Gemeinden für die Gestaltung verantwortlich zeichnen. "Irgendwann bringen wir es wieder fertig, gemeinsam zu feiern", war Schürrle der Überzeugung.

Schürrle war mit der Band auf dem neuen Podium positioniert, während es sich die Gottesdienstbesucher auf den Bänken bequem gemacht hatten. Unter den schattigen Bäumen ließ es sich gut sitzen. Nach dem Samstag war das Gelände wieder aufgeräumt, der Boden frisch mit dem Rechen bearbeitet die Bände und Tische gesäubert, im Hintergrund summten die Kühlaggregate, aus den Kellern kam kühle Luft.

Der Gottesdienst trug den fränkischen Titel "Ohne Kirch' ka Kirchweih", angeregt von der Hochzeit zu Kana aus dem Johannesevangelium.
"Sie feiern ein Fest, es ist eine Menge vorzubereiten, sie können es sich leisten...!", so
Schürrle in seiner Predigt. Beim Fest handelte es sich um keine Kerwa, sondern um eine Hochzeit. Die Stimmung drohte zu kippen, weil der Wein ausging. Und in der damaligen Zeit gabe es keinen Laden oder eine Tankstelle, wo die Gastgeber nachordern hätten können.
Jesus verwandelt das Wasser in großen Krügen in guten Wein. Es war das erste Wunder Jesu im Johannesevangelium. Es ging um die Feier eines Festes, irgendwie reagiert Jesus auch hier auf eine Notsituation. Dafür wäre jedoch eine Wunder nicht nötig gewesen. Aber für den Evangelisten Johannes war die Überlieferung dieses ersten Wunders Jesu sehr bedeutend.
Auch in der Kirche ist das Feste feiern ein wichtiger Bestandteil im Jahreslauf und "...das ist gut!", so Schürrle. Dazu zählten auch die Familienfeste: "Jesus ist mit dabei!"
Schürrle war der Überzeugung, dass es gut sei, dass das Leben nicht nur aus Arbeit sondern auch aus Festen besteht. "Das Weinwunder zu Kana ist auch Ausdruck der Feierfreudigkeit der Kirchen! Aber nicht für hemmungslosen Alkoholismus", mahnte Schürrle an.
Für Schürrle ist es auch gut dass das Herausgehen der Kirchen in die Öffentlichkeit von den Verantwortlichen der Stadt unterstützt wird. "Wichtig ist: Jesus feiert mit - und Feste feiern! Das möchte ich ihnen mitgeben!", beendete Schürrle seine Predigt. "Wir können als Christen das Leben auch ohne schlechtes Gewissen genießen!", gab er den Anwesenden mit auf den Weg.
Für die musikalische Umrahmung sorgte die Band der evangelischen Gemeinde. Die anwesenden Kinder wurden zum Kindergottesdienst auf den Spielplatz begleitet.