Der geplante Autobahn-Parkplatz mit Toiletten (PWC) wird gut eine Kilometer nach Süden verlegt, südlich des Ortes in die Nähe des Großen Brandweihers. Dorthin, wo sich schon der kleine Autobahnparkplatz befindet. Diese Nachricht hatte sich in dem Ortsteil von Adelsdorf in Windeseile herumgesprochen und zahlreiche Bürger in den Feuerwehrschulungsraum zur Ratssondersitzung geführt. Dadurch geriet der Anlass für diese Sitzung fast in den Hintergrund.

Brand in Ortsmitte

Am 15. November war die Kräutertrocknungshalle der Familie Funke in Brand geraten. Weithin sichtbar war die Rauchsäule, die kurz nach 9.30 Uhr aus der lichterloh brennenden Halle in den Himmel stieg. Die 40 mal 20 Meter große Halle und ein Nebengebäude brannten völlig aus. Auch ein massiver Feuerwehreinsatz konnte nicht verhindern, dass die Halle völlig ausbrannte.
In der weitgehend aus Holz bestehenden Halle befanden sich zwei Trocknungsanlagen für Kräuter und das Lager.
Die Landwirte, die selber Pfefferminze, Zitronenmelisse, Artischocken und vor allem Brennnesseln anbauen, entschieden sich für einen Wiederaufbau außerhalb des bebauten Ortskerns. Das Gelände liegt davon nordöstlich zwischen den letzten Häusern und der Ortsverbindungsstraße nach Heppstädt im Außenbereich. Deshalb muss ein gesondertes Baugenehmigungsverfahren durchgeführt werden.
Über diese Lösung sind alle froh: Das Landratsamt, mit dem der Neubau vorbesprochen wurde, und auch die Neuhauser. Denn mit der Verlagerung kann sich die Ortsmitte neu entwickeln und die Brandgefahr im Ortskern ist gemindert.

Keine Zeitverzögerung

Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hat denn auch den Weg der Sondersitzung nur gewählt, um der geschädigten Familie eine Zeitverzögerung zu ersparen.Denn Mitte Mai beginnt die neue Kräutertrocknungssaison."Bei einem Unglück, das die Existenz bedroht, wollen wir zu einer schnellen Lösung beitragen", sagte Jörg Bubel (SPD) im Namen aller Ratskollegen.
Die neue Halle wird 48 auf 22 Meter groß und umfasst 1100 Kubikmeter umbauten Raum. Zu ihr gehört auch ein Hack schnitzelbunker für die Heizung zum Trocknen der Pflanzen. Der Ausschuss billigte einstimmig das Vorhaben.

Zauneidechsen gefunden

"Gut, dass wir die Initiative ergriffen haben. So ist doch einiges in Gang gekommen", fasste Norbert Birkner, FW-Gemeinderat aus Neuhaus, die Stimmung unter den Bürgern zusammen, als sie von der Verlegung erfahren hatten. Sie fühlten sich durchaus mit den Zauneidechsen verbunden. Denn bei der speziellen artenspezifischen Prüfung (saP) wurden die Tiere auf dem ursprünglich vorgesehenen Gelände nördlich der Straßenbrücke von Neuhaus nach Hesselberg gefunden.
Da die Autobahndirektion voraussichtlich noch acht bis neun Jahre braucht, um die Parkplatzpläne mit dem dreispurigen Ausbau der A 3 zu verwirklichen, befürchteten allerdings einige Neuhauser, der alte Standort werde dann wieder aufgegriffen, falls die Eidechsen dort nicht mehr lebten. Hier konnte Fischkal beruhigen.
Von der Vorentwurfsplanung wird am neuen Standort doch etwas abgewichen. So hat die Autobahndirektion vor, die Anzahl der Stellplätze für Personenwagen von 70 auf 30 zu reduzieren. Dafür sollen statt ursprünglich 32 jetzt 40 Lastwagen parken können.
Seitens der Grundstücksbesitzer am neuen Standort scheint es keine Einwände zu geben. Eine Waldbesitzerin ist wahrscheinlich mit einem Teil ihrer Fläche betroffen: "Die Verlegung ist so ok, solange uns noch genügend Fläche für den eigenen Holzbedarf bleibt."