Lonnerstadt
Tierschutz

Fränkin findet für Straßenhunde ein neues Zuhause

Die Lonnerstadterin Sibylle Gäck engagiert sich im Verein "Streunerliebe", der für ausgesetzte Hunde aus Fuerteventura neue Besitzer in Deutschland sucht.
Sibylle Gäck hat sich auf Fuerteventura bei "Streunerliebe" um die Hunde gekümmert.   Foto: privat
Sibylle Gäck hat sich auf Fuerteventura bei "Streunerliebe" um die Hunde gekümmert. Foto: privat
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Sie werden geschlagen, getreten, in den Müll gesteckt. Die Hunde, die auf Fuerteventura in Perreras landen, haben meistens eine dunkle Vergangenheit. In den sogenannten "Tötungsstationen" leben sie in Zwingern auf engstem Raum, viele von ihnen werden getötet. Ihre Besitzer geben sie dort ab, einige werden auf den Straßen gefangen.

Hund Barbosso war drei Monate alt, als er in eine dieser Perreras kam. Vier weitere Monate musste er dort ausharren, bis der Tierschutzverein "Streunerliebe" den Welpen befreite und vor dem Tod rettete. Am Anfang konnte Barbosso mit den anderen Hunden nicht richtig spielen, weil die Muskeln durch das ständige Liegen im Zwinger nicht ausgebildet waren, erinnert sich Sibylle Gäck. "Der Tod ist permanent anwesend", sagt sie über die Perreras.

Interessenten werden überprüft

Heute ist Barbosso, ein Bardino-Mischling, zwei Jahre alt und wohnt bei Familie Gäck in Lonnerstadt. Über "Streunerliebe" wurde der Hund Sibylle Gäck und ihrem Mann Horst vermittelt. Über Facebook wurden sie damals auf die Organisation aufmerksam. "Wenn man dort hinschreibt, wird man erstmal zurückgerufen", erklärt Gäck. Denn "Streunerliebe" möchte sichergehen, dass der neue Besitzer es mit dem Hund ernst meint und er in gute Hände kommt. Bei einem Vorkontrolltermin durch einen Mitarbeiter der Organisation werden weitere Details wie etwa die Familienkonstellation oder das Haus begutachtet. Danach wird entschieden, ob der Hund zur Familie nach Deutschland gebracht werden kann oder nicht.

Mittlerweile ist Sibylle Gäck selbst eine dieser Mitarbeiterinnen, die in der Region Vorkontrolltermine durchführt. Sie hat sich dem Tierschutz verschrieben. Vor einigen Wochen war sie auch selbst auf Fuerteventura, um in der Auffangstation zu helfen.

32 Hunde wohnen auf der Finca

Aktuell leben auf der Finca 19 erwachsene Hunde und 13 Welpen: "Vier davon wurden einfach in den Müll geworfen." In dem Haus von "Streunerliebe" fanden sie ein neues Zuhause - wenngleich es nur ein Zwischenstopp sein soll. Denn Ziel ist es, die Tiere weiter nach Deutschland zu vermitteln, so wie bei Gäcks Barbosso. Eine Woche lang hat sich die Lonnerstadterin um die Hunde gekümmert, war mit ihnen Gassi, hat sie gefüttert, aber natürlich auch "gestreichelt, geknuddelt und geknutscht." Die Hunde brauchen es, meint Gäck. Sie müssten das Vertrauen zu den Menschen erst wieder herstellen, doch dann würden sie einem sehr viel Zuneigung geben. "Da geht einem das Herz auf, wenn man sieht, wie toll diese Hunde sind", schwärmt die Tierliebhaberin.

Die Hunde leben auf der Finca in einem Rudel, das würde sie wieder ein Sozialverhalten erlernen lassen. Der Verein finanziert sich hauptsächlich aus Spenden. Auf ihrem Rückflug nach Deutschland hat sie drei Hunde mitgenommen, die hier ein neues Zuhause gefunden haben. "Flugpaten sind gesucht ohne Ende", erklärt Sibylle Gäck. Das sind Menschen, die Hunde auf dem Heimweg nach Deutschland mitnehmen.

Denn ohne Begleitung dürfen die Vierbeiner hier nicht einreisen. Die Organisation bringt die Tiere bis zum Check-In und gibt sie dort ab. Mehrkosten entstehen für den "Flugpaten" dadurch keine.

Bald schon könnte auch Sibylle Gäck wieder einige Hunde mit nach Deutschland nehmen, denn sie möchte wieder bei "Streunerliebe" auf Fuerteventura mithelfen. "Ein bisschen von meinem Herzen ist drüben geblieben", sagt sie und lächelt.