Die Integrierte Leitstelle Nürnberg ist immerhin die erste im Freistaat, deren Einzugsgebiet flächendeckend mit Rettungstreffpunkten im Wald ausgestattet ist. Möglich gemacht habe das die "vorzügliche Zusammenarbeit" mit den privaten Waldbesitzern, aber auch innerhalb der Leitstelle, wie Forstbereichsleiter Peter Pröbstle betonte.

"In Sachen Dienstleistung für Bürger und Naherholungssuchende macht uns die Rettungskette zu einem absoluten Vorreiter", so Landrat Eberhard Irlinger (SPD) stolz. Durchschnittlich alle 2,5 Kilometer soll es nach dem vollständigen Ausbau eines bayernweit einheitlichen Netzwerks ein festes Schild mit einem nummerierten Treffpunkt geben. Diese Schilder sind den Leitstellen bekannt.
An den beschilderten Punkten können sich Unfallmelder dann mit den jeweiligen Rettungskräften treffen, um diese schnellst möglich zum Unfallort zu begleiten.
Ziel ist es, Verunglückte im Wald schneller zu finden und zu versorgen. In Notfällen soll so kostbare Zeit gewonnen und im Ernstfall auch Leben gerettet werden können.

Neben der Beschilderung setzt man zudem auf moderne Technik. Eine im Internet kostenlos verfügbare App soll in Zukunft jeden Waldbesucher mit internetfähigem Handy über GPS von seinem aktuellen Standpunkt zum nächstgelegenen Rettungspunkt lotsen. "Seit ein paar Wochen werden alle bereits verfügbaren Rettungstreffpunkte sukzessive ins Netz gestellt", berichtete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), der das System gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Erlangen der Öffentlichkeit präsentierte und erläuterte. Immerhin hätten sich allein im vergangenen Jahr rund 4000 Unfälle bei der Waldarbeit ereignet, mehr als 90 Prozent davon in Privatwäldern.

Das neu gewonnene Mehr an Sicherheit soll nun nicht nur Waldarbeitern besseren Schutz bieten, sondern auch Erholungssuchenden und Freizeitsportlern. Die Funktionsweise des Rettungssystems demonstrierte das Bayerische Rote Kreuz gemeinsam mit dem Innenminister im Rahmen einer Schauübung.