• Corona-Therapie: Universitätsklinikum Erlangen erforscht neuen Behandlungsansatz
  • Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit von Rekonvaleszenten-Plasma
  • Blutplasma von genesenen Covid-19-Patienten soll schwer kranken Corona-Infizierten helfen

Am Universitätsklinikum Erlangen läuft aktuell eine Studie, die die Wirksamkeit einer neuen Behandlungsmöglichkeit für Corona-Patienten untersucht. Covid-19-Erkrankte mit einem schweren Verlauf sollen demnach in Zukunft mit Plasma behandelt werden. Das Blutplasma stammt von bereits genesenen Covid-19-Patienten. Die Therapie-Methode wird nun im Rahmen einer IPCO-Studie in Erlangen klinisch überprüft.

Corona-Therapie: Uniklinikum Erlangen untersucht neuen Behandlungsansatz für schwer kranke Covid-19-Patienten 

Viele Menschen, die infolge einer SARS-CoV-2-Infektion schwer erkranken, müssen intensivmedizinisch behandelt und meist auch künstlich beatmet werden. Mit 40 bis 50 Prozent weisen diese Betroffenen laut dem Universitätsklinikum Erlangen die höchste Sterblichkeitsrate aller Patientengruppen auf. Jedoch existiert auch nach einem Jahr Corona-Pandemie noch keine antivirale Therapie zur Behandlung von schwer kranken Covid-19-Patienten. Das soll sich nun ändern.

Aktuell läuft eine sogenannte IPCO-Studie unter Federführung des Uni-Klinikums Erlangen. Dabei wird die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Rekonvaleszenten-Plasma untersucht. Das Plasma wird hierfür von bereits genesenen Covid-19-Patienten gewonnen und den Erkrankten mittels Infusion verabreicht. Das Vorgehen wurde dem Klinikum zufolge bereits unter Studienbedingungen praktiziert und wird nun im Rahmen der IPCO-Studie klinisch überprüft.

Sollte sich die Behandlung mit Plasma als wirksam und sicher erweisen, kann die Therapie offiziell zugelassen werden, heißt es vonseiten des Universitätsklinikums. In diesem Fall ließe sich die Sterblichkeitsrate der Patientengruppe mit einer schweren Erkrankung dann möglicherweise senken.

Rekonvaleszenten-Plasma: Neue Studie unterscheidet sich wesentlich 

Die Studie unterscheidet sich laut dem Klinikum wesentlich von den bisherigen Studien mit Rekonvaleszenten-Plasma. Im Rahmen von IPCO erhielten die Patienten nach dem Zufallsprinzip mindestens drei Präparate - statt wie bisher zumeist ein bis zwei. Die Zahl der Plasma-Infusionen lasse sich auf bis zu sechs Plasmen pro Patient erhöhen. Die Daten werden mithilfe von KI-Algorithmen in besonderer Tiefenschärfe analysiert. Durch das Studiendesign und die Analytik erwarten die Erlanger Forscher einen deutlichen Erkenntnisgewinn zum Stellenwert der Plasma-Therapie.

Wie das Uni-Klinikum berichtet, hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut die Studie bereits genehmigt. Finanziell unterstützt wird die klinische Studie unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und der Fraunhofer-Gesellschaft.

Ein Forscherteam aus den USA wagt indes eine neue Prognose zur Zukunft des Coronavirus: Wird die Covid-19-Erkrankung in einigen Jahren nur noch so gefährlich wie eine Erkältung sein?

Fazit: Auch ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie existiert immer noch keine zugelassene, spezifische antivirale Corona-Therapie. Experten des Universitätsklinikums Erlangen wollen dies endlich ändern. Anhand einer Studie untersuchen die Forscher die Wirksamkeit und Sicherheit einer Therapie mit Rekonvaleszenten-Plasma. Das Blutplasma von genesenen Covid-19-Patienten könnte schwer kranken Corona-Infizierten helfen.