Für die Teilnahme am Familienkonzert der Musikschule Hemhofen brauchen die Lehrer meist nicht lange zu bitten. So beliebt ist diese Konzertform, dass rund 30 aktive Familienmitglieder vom Vorschulkind bis zu den Großeltern ihre Hausmusik auf der Bühne der Musikschule öffentlich machen wollten. Klavierlehrerin und Organisatorin Irmgard Pfitzer leitete versiert und humorvoll durch den kurzweiligen Abend.

"Vorhang auf!" brachte Familie Schatz souverän zu Gehör. Während die Mutter und Tochter Anna Klavier spielten, bliesen Tochter Sophia und der Vater in die Blockflöten. Eigens für dieses Konzert hatte der ansonsten Trompete spielende Vater sich in das Blockflötenspiel einweisen lassen. Auch bei Familie Schneider spielte die Mutter Klavier und hatte die jüngste Tochter Julika gleich mit an die Tasten herangezogen. Die Söhne Sven und Jannik spielten Gitarre und der Vater machte die Fotos.

Sechs Monate Ausbildung

Mit dem Großvater Günther Dorow, der Mutter Claudia Dorow-Maiß sowie den Kindern Karen und Tina Maiß traten dann gleich drei Generationen auf die Bühne. Akkordeon, Querflöte, Klavier und Cabasa spielen sie und das erst seit September des letzten Jahres. Mit Greensleeves und einem Schlaflied für Rajala überraschten sie das Publikum mit ihrem Können. "Wir kommen eigens aus Baiersdorf, um hier Musikunterricht zu nehmen", erzählte Claudia Dorow-Maiß. "Die Atmosphäre an dieser Musikschule ist ganz besonders, und darum nehmen wir gerne den Weg in Kauf."

Flott und temperamentvoll präsentierten Lucas Brinkmann und Mutter Ruth Brinkmann-Seitz eine brasilianische Samba und eine alte spanische Melodie am Klavier sowie mit Djembe und Castagnetten. Genauso gekonnt begleiteten sie die finale Hymne "Ode an die Freude", die natürlich im voll besetzten Saal von allen begeistert mitgesungen wurde.

Gut gelaunt betraten die Schwestern Maria und Luisa Forkel die Bühne. Selbstbewusst und tonsicher legten sie mit Akkordeon und Geige los. Dass sie gut aufeinander eingespielt sind, erschloss sich den Zuhörern rasch. Bereits nach "Five Hundred Miles" erhielten sie stürmischen Applaus. Mit "Father and Son" von Cat Stevens in einem Arrangement von Sandra Ruß hatten sie als zweites Lied ein Stück ausgewählt, dass besonders gut zu den Klangfarben ihrer Instrumente passt.

Die Brüder Tobias und Martin Schmid spielten vierhändig am Flügel. "Noch nie habe ich sie gemeinsam spielen sehen", bemerkte ihr Lehrer Andreas Engel. "Wahrscheinlich liegt es daran, dass sie der Meinung sind, ein Klavier würde für sie beide nicht reichen", scherzte er. Dass sie es können und sogar ziemlich gut, stellten die beiden mit viel Energie in ihrem "Metamorphic Rock Boogie" klar.

Die Zwillinge Laura und Lucas Preidt und Hannah Zorn spielten mit Unterstützung ihrer Lehrer Sandra Ruß sowie Peter Saam. Als Quintett mit Querflöte, Klarinette, Saxophon und Akkordeon boten sie virtuos zwei Stücke von Milo Hermann dar. Als beständige Mitwirkende brachte Familie Horndasch "El condor Pasa" sowie "Turkey in the Straw" ganz sicher zu Gehör. Tochter Laura spielte Querflöte, die Mutter bediente das Cajon und der Vater begleitete auf der Gitarre.

Mit den Familien Birkner und Schwenk präsentierten sich noch einmal drei Generationen auf der Bühne. "Hier haben wir es mit einer wahren Blockflötenfamilie zu tun", erklärte Lehrerin Petra Pelzer. Der Großvater spielt den Großbass, die Großmutter spielt die Altflöte, der Vater spielt die Tenorflöte und die Kinder spielen die Sopranblockflöten. "Bei uns wird immer Musik gemacht", erklärte der Vater, und die Mutter ergänzte: "Blockflöte habe ich schon immer gespielt."

Dennoch war der Auftritt ein klein wenig aufregend. Aufgrund der räumlichen Distanz - die Großeltern wohnen über 100 km entfernt - war ein gemeinsames Üben kaum möglich. Das Zusammenspiel aller erfolgte erstmals auf der Bühne. Bravourös und sehr sicher ließen sie mit "Simi Jadech" eine israelische Weise erklingen.
Irmgard Pfitzer blieb nach all den überzeugenden und vielfältigen Beiträgen nur noch ein überwältigtes "Danke allen, die uns diesen außergewöhnlichen Hörgenuss bereitet haben."