Dass es auch mit einem einfachen Hauptschulabschluss oder Quali beruflich aufwärts gehen kann, das beweisen nach dem Aufruf der Mittelschule Mühlhausen "Exschüler mit Karriere gesucht!" etliche Ehemalige sehr gerne. Auch Sillina Höps und Markus Uri hatten sich gemeldet und erzählten bei einem Besuch in ihrer alten Schule über ihren Werdegang.

Sillina Höps ist 27 Jahre alt und arbeitet als Maschinenbautechnikerin bei einer großen Firma in Herzogenaurach. Sie erinnert sich gerne an ihre Schulzeit in Mühlhausen. Erst in der siebten Klasse sei sie plötzlich aufgeblüht "der Knoten ist auf einmal geplatzt!" Kunst bei Lehrer Peter Kittel, PCB (Physik/Chemie/Biologie) und Mathematik bei Lehrer Josef Braun waren damals ihre Lieblingsfächer.

2004 schloss sie den Quali mit einem Schnitt von 1,6 als Jahrgangsbeste ab. Aber dieser gute Schnitt öffnete ihr noch lange nicht die Tore zum gewünschten Beruf in einer technischen Richtung. 75 Bewerbungen hatte sie abgeschickt - und das als Jahrgangsbeste. Das war enttäuschend. "Scheinbar reicht vielen Firmen der Qualifizierende Hauptschulabschluss nicht mehr - auch wenn ich damals Jahrgangsbeste war", resümiert sie nachdenklich. Also machte sie den Umweg über eine Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik in Fürth. Damit hatte sie auch den Quabi in der Tasche. "Ich hatte nun drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen", freut sie sich. "Ausbildung, Geld verdienen und Quabi", ergänzt sie.

Nach dreieinhalb Jahren folgte der zweite Ausbildungsgang in Herzogenaurach bei ihrer Wunschfirma als technische Zeichnerin. Auch diese Ausbildung schloss sie hervorragend ab. Im Jahr 2011 war sie mit ihrer Ausbildung fertig und nach einem Jahr Berufserfahrung setzte sie noch eine zweijährige Ausbildung in Vollzeit zum Techniker für Maschinenbau an einer Schule in Herzogenaurach oben drauf. Als Drittbeste mit einem Schnitt von 1,63 und mit einer zusätzlichen Matheprüfung hatte sie auch gleichzeitig das Fachabitur in der Tasche. Während des Besuchs der Vollzeitschule machte sie auch nebenbei noch ihren ADA-Schein (Ausbildung der Ausbilder). Seit 2014 arbeitet sie als Maschinenbautechnikerin, und sie strahlt eine große Zufriedenheit aus. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so hoch hinaus komme", sagt sie strahlend.

Neben ihr sitzt der 25-Jährige Markus Uri. Er hat im Jahr 2007 die Hauptschule mit einem sehr guten Quali abgeschlossen. Auch bei ihm platzte der Knoten erst in der siebten Klasse. Seine Lieblingsfächer waren Sport, IT, PCB und Musik. Nach dem Quali absolvierte er bei einem Baumarkt in Höchstadt eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann.


Praktikum gab den Ausschlag

Er konnte damals unter drei Lehrstellen auswählen. "Den Ausschlag hat aber mein Praktikum in Höchstadt gegeben. Das hatte mir meinen zukünftigen Weg gezeigt und im Nachhinein war es wirklich die richtige Entscheidung."

Er schloss mit einer guten Note ab und hatte den Quabi in der Tasche. Zwei Jahre arbeitete er in der Elektroabteilung, wo er am Ende dieser Zeit schon zum Abteilungsleiter aufgestiegen war. Im Jahr 2013 begann er nebenbei noch eine dreijährige Weiterbildung zum Technischen Fachwirt, die er heuer erfolgreich abgeschlossen hat. Den Ausbildungsschein hatte er noch mit angehängt. "Im Jahr 2014 wechselte ich zur Disposition." Die Firma war sehr zufrieden mit ihm, und nun ist er seit zwei Jahren "der Herr über die Waren und Bestände". Ihm gefällt es an seinem Arbeitsplatz und da will er im Moment auch bleiben.