Als Pfarrerin Dorothea Zwölfer im Februar in Mühlhausen ankam, wurde sie mit Glockengeläute begrüßt. Jetzt läuteten die Kirchenglocken wieder - zur festlichen Installation. Die ganze Gemeinde war auf den Beinen, um die neue Pfarrerin von Mühlhausen und Weingartsgreuth willkommen zu heißen. Wie der Aschbacher Pfarrer Johannes Kestler, der die Begrüßungworte sprach, waren alle "gespannt auf die neue Pfarrerin".

Mit den Gemeindemitgliedern feierte eine ganze Reihe von Amtsbrüder und -schwestern sowie Vertreter der katholischen Gemeinde und die Honoratioren aus dem öffentlichen Leben die Installation von Pfarrerin Zwölfer. Natürlich wurde sie auch musikalisch willkommen geheißen: Die vereinigten Posaunenchöre, Kirchenchor, Gesangverein und Schola gaben ihr Bestes.

"Es singt und klingt in der Kirche" stellte denn auch Dekan Hans-Martin Lechner (Bamberg) fest. In einer begeisternden Rede sprach er von der großen Vielfalt und Lebendigkeit, die an diesem Tag in der Gemeinde zu spüren sei. Mitten in der Passionszeit leuchte so viel an Gutem auf. "Wir sind dankbar, dass die zehnmonatige Vakanz ein Ende hat", so der Dekan.


Transsexuelle mit Ehefrau

Sein Dank galt den vielen Haupt- und Ehrenamtlichen. Durch ihren Einsatz hätten sie der Vakanzzeit einen Eigenwert verliehen. In allem Zauber des Neubeginns schwinge aber auch Unsicherheit, Sorge, vielleicht sogar Angst mit: Können wir miteinander? Wird die Gemeinschaft gelingen? Pfarrerin Zwölfer, eine transsexuelle Frau, sei mit ihrer Ehefrau ins Pfarrhaus eingezogen. Als Antwort auf alle Fragen berief sich der Dekan auf ein Wort des Apostels Paulus: "Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat!" Jesus gewähre Freiheit, er finde die Balance zwischen Nähe und Distanz. "Schauen wir auf Christus, setzen wir auf die uns geschenkte Freiheit und wir werden einander Freiheit gewähren. Das macht unser Christentum aus", rief er den Besuchern im voll besetzten Gotteshaus zu.

Mit Dekan Lechner legten bei der Segnung einige Wegbegleiter, Vertrauensfrau Waltraud Gehring (Weingartsgreuth), Vertrauensmann Bernd Holler (Mühlhausen) und Pfarrerin Susanne Wittman-Schlechtweg Seniorin des Bamberger Pfarrkapitels Dorothea Zwölfer die Hände auf.

Im Telefongespräch erzählte Pfarrerin Zwölfer, dass sie sich in ihrer neuen Gemeinde sehr herzlich aufgenommen fühlt. Auch sie glaubt, dass die Gemeinde sich freut, dass die Vakanz ein Ende hat. Nun stehe das gegenseitige Kennenlernen an.