"Wir feilen gerade noch an dem Vertrag", sagt Werner Stöcker (CSU/FW), Bürgermeister von Uehlfeld. Doch der Bescheid liege schon vor: Ab kommenden Schuljahr gehört Uehlfeld zum Neustadter Schulverbund.
Der Grund für den Wechsel: Immer mehr Schüler hatten sich dafür entschieden, in Höchstadt zur Mittelschule zu gehen. Vor allem die gebundene Ganztagesbetreuung dort ist offenbar für viele Eltern und Schüler ein Anreiz. Eine solche Betreuung am Nachmittag durch Lehrer im Klassenverbund gibt es in Uehlfeld nicht. Dort gibt es nur eine offene Ganztagesbetreuung.

In Uehlfeld bangte man aufgrund der Höchstadter Zentralisierungstendenzen um den eigenen Schulstandort.
Aus Neustadt gab es Signale, dass Uehlfeld seine Schule behalten könne, wenn es den Verbund wechselt. "Wir kämpfen für den Erhalt unserer Schule", sagt Uehlfelds Bürgermeister Werner Stöcker.
Ja, die Klassen seien "eher zart besetzt". Aber eine eigene Mittelschule sei für eine Kommune enorm wichtig und habe eine starke Wirkung auf potenzielle Neubürger.

Für den Übergang gibt es eine Regelung, dass die Uehlfelder Schüler, die zur Zeit noch an der Mittelschule in Höchstadt sind, bleiben dürfen. Momentan sind das 40 Kinder. In Zukunft können Eltern einen Gastschulantrag stellen. Etwa wenn Geschwister in Höchstadt sind.

"Wir hoffen, dass in solchen Fällen künftig wohlwollend entschieden wird", sagt Michael Ulbrich, Rektor der Ritter-von-Spix-Mittelschule in Höchstadt. Man habe im Schulverbund stets gut zusammengearbeitet. Ulbrich betont aber, dass er den Wechsel kritisch sieht: "Es wäre besser gewesen, wenn Uehlfeld bei uns geblieben wäre."
Die Eltern würden das Ganztagesangebot in Höchstadt gerne nutzen. "Wir haben ein breites Angebot, das logischerweise nur die größere Schule anbieten kann", sagt Ulbrich.


Eindeutige Umfrage unter Eltern

In einem Elternbrief habe man die Meinung abgefragt. Ergebnis: Hundert Prozent wollten in Höchstadt bleiben. Auch in Zukunft kann sich Ulbrich vorstellen, dass Eltern ihre Kinder per Antrag an die Schule in Höchstadt bringen wollen. Etwa, wenn der Lebensmittelpunkt der Familie mit Beruf, Einkaufen oder Vereinen in Höchstadt liegt.

"Es ist gut, dass die Schüler, die momentan in Höchstadt sind, dort bleiben können", sagt Claudia Finck, Rektorin der Veit-vom-Berg-Schule in Uehlfeld. Ob es allerdings auch in Zukunft "zwingende persönliche Gründe" für einen Wechsel nach Höchstadt gibt, müsse man von Fall zu Fall entscheiden. Wenn es keine Geschwisterkinder gibt, sehe es wahrscheinlich eher schlecht aus, so Finck. Dann gehe es künftig nach Neustadt. Wechsel sei eben Wechsel. "Zurück in den Heimatlandkreis", sagt Finck.

In Uehlfeld sei man froh, dass man alle Klassen bis zur neunten Jahrgangsstufe halten könne. "Wir haben im bisherigen Verbund immer versucht, das beste herauszuholen", sagt Fink. Wie die Schülerzahlen sich weiter entwickeln, müsse man sehen. "Aber wir wollten dem Untergang nicht tatenlos zusehen."

In der Verwaltungsgemeinschaft Uehlfeld ist man momentan schwer beschäftigt mit dem Wechsel. Der Vertrag muss vorbereitet werden. Aber auch den Busverkehr müsse man sich anschauen, so Stöcker. Eventuell müsse eine neue Linie nach Neustadt eingerichtet werden.