Wenn die Beschäftigten der Adelsdorfer Kläranlage aufs Betriebsgelände kommen, müssten ihnen eigentlich Räume zur Verfügung stehen, in denen sie von der Straßen- in die Arbeitskleidung schlüpfen und auch duschen können. An einem solchen Schwarz-Weiß-Bereich - wie er von Experten bezeichnet wird - mangelt es in Adelsdorf.

Um den aktuellen Anforderungen an Hygiene und Raumbedarf gerecht zu werden, beschloss der Haupt- und Finanzausschuss des Adelsdorfer Gemeinderats am Mittwochabend, im Betriebsgebäude der Kläranlage einige Umbauten vorzunehmen. Wo jetzt noch Garage und Werkstatt untergebracht sind, soll der Schwarz-Weiß-Bereich entstehen. Dafür werden auf dem Gelände zwei zusätzliche Garagen errichtet.

Vor Ort diskutierten die Ausschussmitglieder mehrere Varianten. Der von Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) und der Verwaltung vorgeschlagene und letztendlich auch gewählte Umbau wird auf 120 000 Euro veranschlagt. Dazu sind noch 20 000 Euro für die zwei Garagen angesetzt. Wesentlich teurer wäre es laut Fischkal gewesen, das eingeschossige Betriebsgebäude aufzustocken. Diese Variante war nach ersten Schätzungen auf 270 000 Euro veranschlagt.

Der jetzt beschlossene und auf insgesamt 140 000 Euro geschätzte Umbau ist aber nur eine kleine Maßnahme im Vergleich zu dem aktuell laufenden Projekt Hochlastfaulung. Diese Errichtung eines geschlossenen Faulturms ist auf über drei Millionen Euro veranschlagt und befindet sich derzeit noch im Planungsstadium. Adelsdorfs Verwaltungschef Wolfgang Mößlein geht davon aus, dass im Herbst dieses Jahres mit dem Bau begonnen werden kann, der sich dann bis 2019 hinziehen wird. Der Umbau des Betriebsgebäudes sollte noch vorher stattfinden.

Notwendig wird der Faulturm, weil die Adelsdorfer Kläranlage nicht so funktioniert, wie sie eigentlich müsste, sagt der Verwaltungschef, der sich vor seiner Adelsdorfer Zeit beruflich schon intensiv mit Kläranlagen befasst hat. Auch Anwohner aus dem Adelsdorfer Frankenring klagten in den vergangenen Jahren immer mal wieder über Gestank von der Kläranlage.


Investition soll sich selbst tragen

Für Mößlein liegt das Problem in der Schlammbehandlung. Die Organik müsste hier so stark abgebaut werden, dass es nicht mehr stinkt. In dem jetzt noch offenen Becken funktioniert das aber nicht so, wie künftig in einem geschlossenen Behälter. Der Klärschlamm aus dem Faulturm soll sich dann auch besser entwässern lassen, was die Kosten für die Entsorgung senkt.

Die Drei-Millionen-Investition werde sich weitgehend selbst tragen, kündigt Verwaltungschef Mößlein an. So erwarte man Einsparungen bei den Prozesskosten, Einnahmen durch die Stromerzeugung aus Faulgas und Wärmegewinnung.

Vor diesem Hintergrund habe der Gemeinderat auch schon vor einiger Zeit entschieden, von den Bürgern für die Aufrüstung der Kläranlage keine Beiträge zu verlangen.