Im Kreisausschuss wurden am Montag Änderungen im Busplan vorgestellt, die für alle Buspendler von und nach Herzogenaurach eine gute Nachricht sind. Geplant sind zwei neue Linien und ein dichterer Takt auf bestimmten Strecken. Die jährlichen Mehrkosten werden auf bis zu 2,6 Millionen Euro geschätzt. 14 zusätzliche Busse sollen fahren.

Das externe Büro "Planmobil" aus Kassel hat im Auftrag des Landkreises die Fahrpläne analysiert und Verbesserungsbedarf im Raum Herzogenaurach gefunden. Herzstück der Optimierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist das "Linienbündel 5". Die Vorschläge werden - wenn der Kreistag zugestimmt hat - europaweit ausgeschrieben. Im Dezember 2018 soll der verbesserte Busverkehr rollen.


Herzo-Express fährt häufiger

"Auf der Linie 200, dem Herzoexpress, wird es zu einer Verdichtung kommen", sagt Frank Büsch vom Büro Planmobil, der gestern den Kreisräten die Erweiterung des Busverkehrs vorstellte. Auf der Schnell-Linie Herzogenaurach-Erlangen sowie auf der Linie 201 (Aurachtal-Erlangen Busbahnhof) sollen die Busse von Montag bis Freitag den ganzen Tag im Halbstundentakt fahren. Auf der Linie 201 sind in Herzogenaurach sowie in der Herzo Base neue Haltestellen geplant.


Neue Linie nach Nürnberg

Eine neue Linie wird es zwischen Nürnberg-Nord und Herzogenaurach geben. Der Arbeitstitel, so Büsch vom Planungsbüro: Linie 250 Express. Sie soll in 35 Minuten Fahrtzeit den Busbahnhof "An der Schütt" mit der Haltestelle "Am Wegfeld" nördlich von Nürnberg verbinden. Laut Büsch seien nur wenige Stopps vorgesehen. Eine Haltestelle sei zum Beispiel an der S-Bahnhaltestelle Paul-Gossen-Straße in Erlangen denkbar. "Am Wegfeld" gibt es die Umstiegsmöglichkeit zum Bus, der die kurze Strecke zum Flughafen fährt. Drei Fahrten morgens zwischen 6.15 Uhr und 9.30 Uhr und drei Fahrten abends zwischen 16.30 Uhr und 19.30 Uhr sind geplant.


Neue Linie nach Emskirchen

Auf einer neuen Linie 251 sollen die Busse von Emskirchen über Münchaurach bis zur Herzo Base und zurück pendeln. Diese Strecke bietet dann die Anbindung an die Bahn in Emskirchen. Auch hier sind Busse morgens und abends geplant.


Ausbau der Linien 241 und 242

Die beiden Linien 241 (Herzogenaurach-Oberreichenbach-Rezelsdorf) und 242 (Herzogenaurach-Burgstall-Zweifelsheim-Höfen) werden in das "Linienbündel 5" aufgenommen. Der Takt wird so angepasst, dass die Verkehrsknoten (S-Bahn/Zug Erlangen und Emskirchen) besser erreicht werden. Die Linie 242 erhält vier Schulverkehrsfahrten. Auf der 241er werden die Busse unter der Woche ab 5.15 Uhr bis 20.15 Uhr in einem Takt von höchstens 120 Minuten fahren. Am Wochenende von 8 Uhr bis 18 Uhr.

Zudem wird es auf der Linie 241 an Wochenenden und Feiertagen je eine Nachtfahrt geben. Einen "großen Schritt für uns" nennt Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker (SPD) die Erweiterung des Busnetzes. Vor allem der Schnellbus nach Nürnberg und die Nachtbusse am Wochenende seien hier hervorzuheben. Auch für Oberreichenbach sei der neue Plan eine gute Nachricht.

Gerald Brehm, Höchstadts Bürgermeister und Sprecher der Freien Wähler im Kreistag, sah sich bestätigt: "Das optimierte Bussystem ist eine Fortsetzung unserer Politik." Landrat Alexander Tritthart (CSU) hob die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Neustadt hervor. Außerdem verwies er auf das Engagement im ÖPNV. Verglichen mit anderen Landkreisen investiere man in Erlangen-Höchstadt enorm viel. Er betonte, dass in den Ausschreibungen die Betriebsart (Diesel-, Gas- oder E-Busse) nicht festgelegt sei. Über ein Angebot mit E-Bussen würde man sich freuen, auch wenn dies aber vermutlich vorerst nicht zu erwarten sei.