Nicht nur die ABC-Schützen werden in diesem Jahr aufgeregt auf den ersten Schultag hinfiebern. Sicher freuen sich die meisten älteren Schüler auch schon darauf, endlich wieder "ganz normal" zur Schule gehen zu dürfen. Nach wochenlangem Homeschooling und dem Wechsel aus Präsenz- und Digitalunterricht läuft der Regelschulbetrieb wieder an - wenn auch mit Einschränkungen.

Vor allem der Beginn, aber voraussichtlich auch der Rest des Schuljahres, steht schließlich im Zeichen besonderer Hygienemaßnahmen (s. auch Titelseite). "Aber das ist das kleinere Übel", findet Silke Schmitt, die neue Schulleiterin der Grundschule Höchstadt-Süd. Bei ihr findet die Begrüßung der beiden Eingangsklassen im Pausenhof statt. "Hier können wir die Abstände gut einhalten." Während die Kleinen dann ihre ersten Schulstunden absolvieren - "in der Grundschule ohne Maske", wie Schmitt betont -, wird es für die Eltern "soweit möglich" sogar eine Bewirtung durch den Elternbeirat geben. Die restlichen Grundschüler haben ganz normal von 8 bis 11.20 Uhr Unterricht.

"Ganz wichtig ist, dass zwar nicht im Unterricht, dafür aber auf dem gesamten Schulgelände Maskenpflicht besteht", sagt Schmitt. Also auch im Pausenhof, "die Kinder sollen ja miteinander spielen können". Zudem werden die Lehrer - auf freiwilliger Basis - im Laufe der Woche noch auf Covid-19 getestet. Ob das dann regelmäßig der Fall sein wird, ist bisher nicht klar.

Auch im Bus: Maske auf!

Die Ritter-von-Spix-Schule weist zusätzlich zur Maskenpflicht in der Schule auf das Tragen von Masken in den öffentlichen Verkehrslinien hin - der Schultag beginnt ja nicht erst mit der Ankunft im Schulgebäude. Die Mittelschule hat zudem in Gängen und Treppenhäusern Rechtsverkehr eingeführt, um enge Begegnungen weitestgehend zu vermeiden. "Selbstverständlich stehen in allen Räumen ausreichend Seife, Desinfektionsmittel und Einmalhandtücher zur Verfügung", betont Rektor Michael Ulbrich.

Nur ein Elternteil pro Fünftklässler

Die Schüler der 6. bis 10. Jahrgangsstufe werden um 8 Uhr direkt in ihren Klassenzimmern begrüßt. Die 5. Klassen in der neuen Turnhalle. "Natürlich dürfen Eltern mit - es sollte jedoch möglichst nur eine Begleitperson dabei sein, um die erlaubte Versammlungszahl nicht zu überschreiten", bittet Ulbrich um Verständnis. Das Informationstreffen für die neuen Eltern in der Mensa wird nach jetzigem Stand stattfinden. "In der momentanen Situation kann es jedoch für alle Planungen tagesaktuelle Veränderungen geben", betont der Schulleiter.

Roland Deinzer, Leiter des Höchstadter Gymnasiums, will seinen Schülern so viel Normalität wie möglich gönnen - was eben unter Umsetzung der Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen machbar ist. Die Begrüßung der neuen 5. Klassen - immerhin 150 Schüler mit Begleitpersonen - wird gestaffelt ab 8.15 Uhr stattfinden. Eine Bewirtung der Eltern wird es nicht geben. "Darüber sind wir ein bisschen unglücklich, da das immer sehr förderlich für das gegenseitige Kennenlernen ist." Der Gesundheitsschutz sei aber vorrangig.

Durch die Beschulung im kompletten Klassenverband wird aber innerhalb der einzelnen Klassen Partner- und Gruppenarbeit wieder möglich sein, worüber sich Deinzer sehr freut. Wie die Pausengestaltung aussehen wird, muss hingegen noch festgelegt werden. "Im Klassenzimmer - also ohne Bewegung im Freien - versus teilweiser Durchmischung in den Pausenhöfen. Was ist das kleinere Übel?"

Überhaupt muss bis Ende der Woche noch so einiges besprochen und abgeklärt werden. "Es ist ja auch sinnvoll zu erfahren, wie andere bestimmte Dinge handhaben", so Deinzer. Regeln und Einschränkungen sollten seiner Ansicht nach überall möglichst gleich sein, damit sie nachvollziehbar bleiben.

Für den Unterricht nicht von Vorteil

Seit gestern Nachmittag steht auf jeden Fall fest, dass es eine - zunächst zeitlich begrenzte - Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer der weiterführenden Schulen auch in den Klassenräumen geben wird. Für den Unterricht von Vorteil ist das laut Deinzer nicht. "Aber wenn es so beschlossen wird, halten wir uns natürlich dran." In allen Schulen beginnt der Unterricht mit ganzen Klassen, also regulärer Bestuhlung. "Wir hoffen, dass wir dauerhaft regulären Präsenzunterricht durchführen können", sagt Michael Ulbrich. "Alles andere wäre gesellschaftlich auf Dauer auch nicht zu stemmen", findet Silke Schmitt.