Noch in diesem Monat wird die Entscheidung fallen, wer den Windpark in der Lonnerstadter Gemarkung An der Birkach projektieren und bauen wird. "Das entscheidet die Gesellschafterversammlung in nächster Zeit", teilte deren Sprecher Günter Rost mit.

Im April haben sich Grundstückseigentümer mit Flächen in dem Windvorranggebiet nördlich des Marktfleckens zu einer Unternehmergesellschaft, der Bürgerwindpark Lonnerstadt UG, zusammengeschlossen. "Damit ist der erste Schritt, die Flächensicherung erledigt", erklärte Rost.

Viele sitzen mit im Boot

Diese Gesellschaft setzt sich aus einer Vielzahl von Eigentümern zusammen, die über die vorgenommene Flächenbündelung als Geschäftspartner, sprich als Verpächter, für Betreiber und Projektierer von Windkraftanlagen fungiert.
Gleichzeitig wird durch die vorgenommene Flächenbündelung die Gefahr einer möglichen "Zerspargelung", des unkontrollierte Baus von Windkraftanlagen, vermieden, ist Rost zuversichtlich.

Die UG hat inzwischen fünf Betreiber bzw. Projektierer von Windkraftanlagen angeschrieben, ob sie am Standort Lonnerstadt Interesse hätten. "Wir haben ihnen einen genauen Fragenkatalog vorgelegt. Nach ihren Antworten werden wir auswählen", erklärte Rost den anstehenden Verfahrensschritt. Fünf ihr geeignet erscheinende Bewerber hat die UG eingeladen, ihre Vorgehensweise im Detail darzulegen. Denn Bedingung der Lonnerstadter Grundeigentümer ist eine Bürgerbeteiligung: "Als eines der wichtigsten Ziele wird eine direkte Bürgerbeteiligung vorgesehen und ein Einstieg von großen Investmentfonds wird strikt abgelehnt. Es sollen vor allem regionale Unternehmen in den Planungen und Ausführungen bevorzugt behandelt werden", erläuterte der Sprecher die Zielsetzungen der Gesellschaft.

Der nächste Schritt ist die direkte Beteiligung der Bürger als Kapitalgeber. Es ist geplant, zeitlich begrenzte Zeichnungs fristen zu definieren, wobei die Vergabe von "innen nach außen" nach dem "Zwiebelschalenmodell", erfolgen soll.

Im Klartext bedeutet das, so Rost weiter, dass in der ersten Frist exklusiv die Bürger der Gemeinde Lonnerstadt, in der zweiten Frist Bürger der angrenzenden Gemeinden über die Landkreisgrenzen hinaus und in der dritten Frist strategische Partner Anteile direkt erwerben können.

Im jetzigen Stadium ist noch nicht entschieden, ob und wie viele Windräder auf Lonnerstadter Flur gebaut werden. Das Windvorranggebiet reicht auch in die Gemarkungen von Höchstadt und Wachenroth. Die beiden Kommunen wollen ebenfalls einen Windpark errichten. Hier laufen bereits die Planungsverfahren. Auch im Lonnerstadter Ortsteil Mailach sind Grundstückseigentümer dabei, einen vergleichbaren Weg wie ihre Lonnerstadter Nachbarn zu gehen.