Nordwestlich von Hesselberg (Landkreis Erlangen-Höchstadt) befindet sich eine vorgeschichtliche Fundstätte, die belegt, dass unsere Region bereits zu dieser Zeit besiedelt war. Die Ausgrabungen liegen bereits lange zurück, aber Herbert Warter erinnert sich gut.

Die Ackerfläche überragt um etwa einen Meter die von drei Seiten angrenzenden Weiher und Feuchtwiesen; sie liegt nordwestlich des Ortes Hesselberg. Darunter befindet sich ein kleiner Keupersandsteinrücken.

Herbert Warter fielen damals bei der Feldbestellung nach dem Pflügen mehrere schwarze Flecken im Boden auf.
Damals hatte er von den Mitgliedern des Heimatvereins Höchstadt an der Aisch um Karl Heinz Feuerlein in der Zeitung gelesen, die Grabungen unternommen hatten.
Warter benachrichtigte zunächst den ehemaligen Kreisheimatpfleger Richard Tille über diesen Fund, der Martin Nadler von der Außenstelle Bodendenkmalpflege des Landesamtes für Denkmalpflege in Nürnberg informierte.

Zweiwöchige Sicherungsgrabung

Da ein Aufschub bei der Feldbestellung erreicht werden konnte, stand einer zweiwöchigen Sicherungsgrabung nichts mehr im Wege. Begünstigt durch den eher sandigen Boden konnten 100 Quadratmeter von Hand untersucht werden.

Es ergab sich eine relativ dichte Ansammlung von Pfostenlöchern und kleinen Gruben. Martin Nadler vermutete wegen der Pfostenlöcher, die Außenwand eines größeren Gebäudes gefunden zu haben; zusätzlich war noch ein Haus zu erkennen.

Außerdem war viel Keramik da, wie Schalen oder ein großes Vorratsgefäß in Bruchstücken. Vielfältige Gefäßformen sind in der Späthallstattzeit in Nordostbayern häufig anzutreffen.

In den Gruben konnten auch größere Schlackebrocken, angeziegelte Klumpen von Töpferton, viel Hüttenlehm und Mahlsteinbruchstücke aufgedeckt werden. Der Siedlungsausschnitt wurde offensichtlich durch Feuer zerstört, wie die starke Konzentration von Holzkohle in verschiedenen Gruben vermuten lässt.

Weilerartige Siedlung

Da kein Fundmaterial weiterer Zeitstellungen vorlag, ist anzunehmen, dass die Siedlung aufgeben wurde. Aufgrund der Funde denken die Experten, es handelte sich um eine kleine, weilerartige Siedlung. Bemerkenswert ist auch, dass es sich nicht um ein Gräber- oder Urnenfeld handelt, sondern eine Siedlung.

Auch dem Höchstadter Karl Heinz Feuerlein ist die Ausgrabung immer noch präsent. Er war damals mit dabei, als zehn Personen das Areal in Hesselberg "händisch" ausgegraben haben. Bei den Grabungen kam ein Hauseck zum Vorschein und für die Ausgräber überraschend zahllose Keramik.

Darunter das Bodenfragment eines großen Vorratsgefäßes. Besonders bemerkenswert war für ihn die "wechselseitige Tupfenleiste" an einigen der Gefäße. Diese findet sich auch an Fundstücken vom Walberla und sie strahlt von diesem Siedlungszentrum in unseren Raum aus.

Etwa 600 vor Christus

Anhand der Funde kann man sagen, dass die Anlage aus der Zeit um 600 vor Christus stammt. "Es war damals das erstes Mal, dass so etwas in unserer Gegend entdeckt wurde", erinnert er sich. Vor allem die Fundmenge, die im vermeintlich siedlungsleeren Raum entdeckt wurde, überraschte die Archäologen. Inzwischen konnte diese Lücke mit weiteren Fundstellen in der Region geschlossen werden.

Entdeckt hat Warter um die Fundstelle auch Schlackenreste bzw. Eisenknollen, was eine Eisenverhüttung von Raseneisenerz nahe legt. Bei den von Warter aufgefundenen Knollen handelt es sich um oberflächlich als "Bohnerz" vorkommenden Stücke. Deshalb stand dort wohl auch die Siedlung, denn die Bewohner verhütteten das Metall in einem Schmelzofen vor Ort. Den Ofen fanden die Ausgräber allerdings nicht.