Sein Büro ist nicht der repräsentativste Raum des neu gebauten Landratsamts. Als es um den Bezug der Räume ging, hat sich Alexander Tritthart lieber ein Büro im ersten Stock ausgesucht. "Da bin ich am schnellsten unten im Sitzungssaal", sagt er typisch sachlich.

Als der CSU-Mann 2014 Landrat wurde, galt er als der Gegenentwurf zu seinem Vorgänger Eberhard Irlinger (SPD). Während dieser es sich nicht nehmen ließ, auf Festen auch mal die Gitarre in die Hand zu nehmen und ein Liedchen zu trällern, wählt Tritthart eher den formelleren Stil.

"Ein absoluter Vorteil" sei es, dass er früher selbst lange in der Kreisverwaltung tätig war. Nach einem Studium zum Diplom-Verwaltungswirt arbeitete er in verschiedenen Positionen im Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Dass er auch weiß, wie man den Kontakt zu den Leuten vor Ort hält, weiß er aus seiner Zeit als Bürgermeister von Weisendorf (2008 bis 2014).

"Schönste Amt in Bayern"

Die Bürgernähe bezeichnet er als einen Grund, weshalb der Posten des Landrats "das schönste Amt in ganz Bayern" sei. "Es macht mir richtig Spaß und ich würde sehr gern weitermachen", sagt der 50-Jährige. Er sei fit und habe den Rückhalt seiner Ehefrau und seiner beiden erwachsenen Söhne. Angelika Tritthart ist, ebenfalls für die CSU, in Weisendorf Dritte Bürgermeisterin.

Trittharts Amtszeit hatte Herausforderungen parat. 2015 die Flüchtlingswelle über die Verwaltung hinweg. Es sei nicht einfach gewesen. Er sei auch persönlich angegriffen worden. "Eine sehr belastende Zeit", sagt Tritthart. Aber sein Amt und die vielen ehrenamtlichen Helfer hätten die Notsituation sehr gut gemeistert. Dennoch wünscht sich Tritthart keine Wiederholung und hofft auf bessere Koordination des Asylthemas auf höheren politischen Ebenen.

365-Euro-Ticket für alle

Zwei andere, emotional debattierte Themen der vergangenen sechs Jahre: Die Fusion der Sparkassen und der Bürgerentscheid gegen die Stadt-Umland-Bahn (Stub). Es habe ihm damals keine Freude bereitet, aber zum Zusammengehen der Sparkassen stehe er nach wie vor. "Wir hätten mit unserer kleinen Kreissparkasse massive Probleme bekommen." Beim Thema Stub (er war damals Befürworter) halte er sich natürlich an den Willen der Bürger. Aber die Initiative für einen Stub-Ast in Kreisosten gibt es noch immer. Sollten neue Zahlen und Fördermöglichkeiten für ein Umdenken sprechen, kann sich Tritthart ein Ratsbegehren vorstellen. Es sei nach fünf Jahren legitim, die Bürger anhand neuer Fakten noch einmal entscheiden zu lassen. Er wolle noch viel "gestalten", sagt Tritthart. Ein klassisches Politikerwort. Doch er hat Beispiele.

Tritthart nennt den Busverkehr, den er weiter ausbauen wolle. Er mache sich für günstigeres Busfahren stark. Es sei gut, dass im VGN das 365-Euro-Ticket im Herbst für Schüler und Azubis kommt. Er wolle sich aber dafür einsetzen, dass es bald für alle Fahrgäste verbundweit gilt.

Ein durchgängiges Radwegenetz sei bereits in der Planungsphase. Um die 78 Feuerwehren im Kreis zu stärken, plant Tritthart den Bau eines Landkreisausbildungszentrums. Dann müssten die Ehrenamtlichen ihre Schulungen nicht mehr weit weg besuchen. Über Form und Standort müsse man noch detailliert sprechen.

Unter dem Kostenplan

Auch beim Ausbau der Gymnasien wird der Landkreis tätig. In Spardorf hat der Kreistag einen Neubau für stolze 54,4 Millionen Euro beschlossen. Beim Kollegstufenbau in Höchstadt müsse ebenfalls etwas passieren, sagt Tritthart. Ob Neubau oder Sanierung sei noch offen. Wenn finanzierbar und baulich sinnvoll, spräche nichts gegen einen Neubau.

Beim Bau des neuen Landratsamts habe man bewiesen, dass öffentliches Bauen nicht ausufern muss. Er sei nicht nur stolz auf die tolle Architektur. Vor allem freue ihn, dass man mit 38,8 Millionen Euro unter dem Kostenplan von 39,2 Millionen Euro lag. "Das muss uns erst einmal jemand nachmachen." Finanziell stehe der Kreis trotz der Investitionen auch am Kreiskrankenhaus in Höchstadt blendend da. 2019 und 2020 habe man die schwarze Null im Haushalt erreicht. Die Verschuldung sei in seiner Zeit von 21,5 auf 17 Millionen Euro gesunken.

Gerade weil Erlangen-Höchstadt boomt und finanzkräftig ist, sei es für ihn eine Ehre, an der Spitze tätig zu sein. Und das wolle er noch weitere sechs Jahre.