Die Politiker im Landkreis stehen einmütig hinter ihrem Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt. Dafür greifen sie im kommenden Jahr auch mal etwas tiefer in die Tasche. Der Krankenhausausschuss des Kreistags segnete in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig den Wirtschaftsplan für 2018 ab. Der geht von 1,8 Millionen Euro aus, die der Landkreis zum Betrieb des Krankenhauses zuschießen muss.

Laut Plan steigt das Haushaltsvolumen des Höchstadter Krankenhauses 2018 auf ein Rekordniveau von 13,5 Millionen Euro. Derzeit wird in das Krankenhaus auch wieder einmal kräftig investiert. Es laufen Umstrukturierungs- und Erweiterungsmaßnahmen für über 17 Millionen Euro.

Wie Landrat Alexander Tritthart (CSU) in der Ausschusssitzung erläuterte, werde schon im Februar der neue Veranstaltungsraum fertig sein. Unter anderem mach Mitte des Jahres die Intensivstation "einen Quantensprung in Sachen Platz und Ausstattung". Die Endoskopie werde moderner ausgestattet, der OP-Umbau sei fast abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit der Uniklinik Erlangen habe sich auch das Angebot rasant entwickelt und Behandlungsstandards und Qualität einer universitären Einrichtung nach Höchstadt gebracht, sagte der Landrat.

Baumaßnahme und Leistungssteigerung würden sich aber erst einmal negativ auf die Bilanz auswirken, ehe sie sich später rentieren. Eine Baustelle sei immer ein Erlöshemmnis. Negativ wirke sich auch der "Mehrleistungsabschlag" aus, eine "Strafzahlung für bessere und erweiterte Patientenversorgung". Die solle laut Tritthart das Wachstum von Krankenhäusern gezielt behindern, um Gesundheitskosten zu sparen. Drei Jahre lang koste dieser Ausgleich dem Kreis jeweils knapp 500 000 Euro, entfalle aber wieder ab 2019.

Der Landrat bedankte sich bei den Patienten, der Belegschaft des Hauses und den politischen Gremien, dass sie diesen Weg des Höchstadter Krankenhauses mitgehen. Einmal mehr richtete er einen Appell an die Bevölkerung und die Ärzte in der Region, das Haus zu nutzen.

Höchstadts Bürgermeister und FW-Fraktionssprecher Gerald Brehm sprach zwar von Fehlbeträgen, "die wir uns dauerhaft nicht so vorstellen", hält das Krankenhaus aber für absolut notwendig für die Region. Vom Staat fordert er, nicht nur Investitionen zu bezuschussen, sondern auch die Betriebskosten solcher kleinen Krankenhäuser.

Für Irmgard Conrad (Grüne) werde das Krankenhaus "nie schwarze Zahlen machen". Trotzdem stehe ihre Fraktion dahinter. Ebenso die SPD, wie Konrad Gubo erklärte. Ob das Krankenhaus jemals kostendeckend arbeite, entscheide für ihn die Politik.

"Wir haben uns entschlossen das zu machen, jetzt heißt es durchgehen", meinte Doris Wüstner (CSU). Ihr FDP-Kollege Michael Dassler argumentierte ähnlich.

Einig war sich der Ausschuss auch, die zwei Bettenaufzüge und den für Personen zu erneuern. Die Aufzüge waren ursprünglich nicht in den Umbauplänen enthalten, müssten nach neuen Richtlinien aber ohnehin bis 2020 saniert werden. "Wir könnten es nicht vermitteln, wenn wir die Aufzüge jetzt nicht machen würden", sagte Landrat Tritthart, zumal die auf 365 500 Euro veranschlagten Bettenaufzüge mit 83 Prozent bezuschusst werden. Keinen Zuschuss gibt es dagegen für den 134 000 Euro teueren Personenaufzug.