Die neue Panzerglasbande ist eingebaut, das Eis wird für die anstehende Saison präpariert - bald herrscht wieder Leben im Höchstadter Eisstadion. Aber wie sieht die Zukunft aus? Schließlich hängen mit dem HEC und ESC nicht nur zwei große Vereine an der Anlage, auch die Zeiten für die Öffentlichkeit waren in der Vergangenheit immer bestens ausgelastet.

Neubau in die Ferne gerückt

Der Neubau der in die Jahre gekommenen Sportstätte, den die Mehrheit des Höchstadter Stadtrates im Dezember 2019 favorisierte, scheint mit der Coronakrise in die Ferne gerückt: "Die wirtschaftliche Situation der Stadt ist eine andere, ein Neubau würde sich - bestenfalls - in die Länge ziehen", bedauerte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) bei einem Vorort-Termin gestern. Und das wo in Sachen Dach und Technik dringender Handlungsbedarf besteht. Außerdem gibt es laut Brehm eine Neuauflage des Förderprogramms vom Bund, bei dem die Stadt bereits zweimal leer ausgegangen ist. "Ich sehe große Chancen, dass wir diesmal einen Zuschlag bekommen", so Brehm.

Bis Ende Oktober müsste ein Antrag eingereicht werden. Wenn sich der Stadtrat dafür entscheidet, würden die drei Posten Dach inklusive Lüftung, Kältetechnik und Eisfläche mit einem Volumen von vier bis fünf Millionen Euro darin aufgeführt. Um die Energieeffizienz zu steigern würde ein neues Dach zudem mit Solarpaneelen ausgestattet. "Hierfür könnte man noch andere Töpfe anzapfen - außerdem amortisiert sich das wieder", so der Bürgermeister. Brehm rechnet mit einer Fördersumme von um die zwei Millionen Euro. "Sollten wir diesen Zuschlag bekommen, wäre ein Neubau zunächst mal vom Tisch."

Ein Teil ist bereits erneuert

Allerdings würde die Technik so geplant, dass sie in einem späteren Neubau weiter genutzt werden könnte, erklärte Hans-Peter Philipp, Betriebsleiter Sportzentrum der Stadt Höchstadt. Was auch für eine Sanierung spricht: Bande und Sanitäranlagen sind ja bereits neu. "Damit konnten wir auch nicht warten. Die Bande war nicht mehr den Regularien entsprechend - wir hatten schon jedes Jahr eine Sondergenehmigung, damit wir überhaupt spielen durften", erklärte Axel Rogner (JL), 3. Bürgermeister und HEC-Aufsichtsrat. Durch seine Kontakte wurde die Bande zudem nur etwa halb so teuer, wie ursprünglich veranschlagt. Aus Vereinssicht wäre er mit der Sanierung der drei größten Schwachpunkte auch zufrieden. "Wenn das Stadion ordentlich hergerichtet wird, ist das genauso gut, wie ein Neubau."

Ein Vorteil zudem: Sobald feststeht, dass es die Förderung gibt - das wäre Anfang nächsten Jahres der Fall - , müsste man sofort mit den Arbeiten beginnen. Es würde also alles wesentlich schneller gehen, als ein Neubau. "Alles kommt jetzt darauf an, wie der Stadtrat am 19. Oktober entscheidet", so Brehm.

Einen kleinen Vorgeschmack bieten hier die kurzen Stellungnahmen der Fraktionssprecher: Wo Alexander Schulz (CSU) durchaus positiv gestimmt ist, reagiert Christian Beßler (AfD) eindeutig ablehnend. "Wir wollten schon immer die praktikabelste, sinnvollste Lösung. Und wenn sich jetzt herausstellt, dass die Sanierung doch die bessere Wahl ist, gehen wir diesen Weg gerne mit", sagte Schulz. "Die ganze Anlage ist total veraltet, heute baut man vollkommen anders. Wir sind ganz klar für einen Neubau", meinte hingegen Beßler. Peter Winkler von den Grünen wollte sich noch nicht zu der Sache äußern und Andreas Hänjes (SPD) konnte bis Redaktionsschluss leider nicht erreicht werden.

Die Diskussion am 19. Oktober könnte also spannend werden.