Es ist eine Idee, die bei staugeplagten Autofahrern gut ankommen, bei den planenden Behörden allerdings für Kopfzerbrechen sorgen dürfte: Die Freien Wähler in Erlangen-Höchstadt gehen mit einem Vorschlag an die Öffentlichkeit, der die Verkehrssituation an der Autobahnausfahrt Höchstadt-Ost entschärfen soll.

Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A3 könne eine zweite Ausfahrt gebaut werden, so der Gedanke.

Gerald Brehm, Höchstadts Bürgermeister und FW-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, informierte zusammen mit den FW-Politikern Irene Häusler, Martin Oberle, Christian Enz und Manfred Welker über den Plan, der Ergebnis einer Klausurtagung der Kreis-FW ist.


Extra-Ausfahrt nach Adelsdorf

Sie schlagen vor, die Ausfahrt für Fahrzeuge aus Richtung Erlangen zu teilen: eine Ausfahrt ausschließlich Richtung Adelsdorf/Forchheim, eine ausschließlich Richtung Gremsdorf/Höchstadt. Für Fahrzeuge die nach Adelsdorf abfahren, müsste ein Ausfahrt-Ast neu geschaffen werden. Dieser könnte etwa auf Höhe des momentan gesperrten Autobahnparkplatzes ansetzen. An der bisherigen Ausfahrt wäre dann ausschließlich das Rechtsabbiegen auf die B470 Richtung Höchstadt erlaubt.

"Momentan herrscht dort an der Einmündung zur B470 eine hohe Unfallgefahr", sagt Brehm. Die Verlängerung des Abfahrstreifens auf der Autobahn habe die Situation verbessert, aber nicht behoben. Doch kommen die FW mit ihrem Vorschlag nicht reichlich spät? Er wisse, dass das Planungsverfahren längst abgeschlossen ist, die Ausschreibungen für den A3-Ausbau bereits laufen, sagt Brehm. "Aber noch ist ja nichts gebaut." Man könne doch eine sinnvolle Idee nicht einfach in den Papierkorb werfen, nur weil Planungen schon stehen.

Zuständig sind die Planungsbehörden: Autobahndirektion, Staatliches Bauamt, Bundesverkehrsministerium und der künftige Betreiber der Autobahn. Denn Bau und Betrieb der A3 werden an ein Privatunternehmen vergeben (ÖPP-Modell).

Noch steht dieser Betreiber nicht fest. Aber in den Ausschreibungen ist ein weiterer Ausfahrt-Ast nicht vorgesehen. Das heißt, es müsste wohl wegen Mehrkosten nachverhandelt werden. Die Zeit drängt. Baubeginn für den Ausbau der A3 soll im Frühjahr 2019 sein.

"Wenn der Bau eines zusätzlichen Ausfahrt-Astes an der Anschlussstelle Höchstadt-Ost für sinnvoll und zwingend notwendig erachtet werden würde, würde das ÖPP-Projekt keinen Hinderungsgrund für die Realisierung darstellen", sagt Edith Kolarik, Sprecherin der Autobahndirektion Nordbayern.
Dass sie "würde" sagt, ist kein Zufall. Denn ein konkreter Antrag für einen solchen weiteren Ast sei bisher noch nicht eingegangen.


Ampeln ab April und August

Die Idee einer geteilten Ausfahrt sei bereits vor zwei Jahren geäußert worden, sagt Karsten Fischkal, Bürgermeister von Adelsdorf (FW). Es gab damals einen Vor-Ort-Termin mit Behördenvertretern wegen des Stauproblems. Doch weiterverfolgt wurde die Extra-Ausfahrt nicht, bedauert Fischkal.

Stattdessen behilft man sich an der Einmündung der A3-Ausfahrt auf die B470 bald mit einer Ampel. Diese wird im April nach den Osterferien aufgestellt. Das teilt die Autobahndirektion auf Anfrage mit. Zudem werde man die Autobahnauffahrtsrampe auf rund 100 Meter verbreitern und Links- und Rechtsabbieger trennen. So werde laut Autobahndirektion "eine wesentliche Verbesserung" erreicht. "Ich bin sehr skeptisch, ob eine Ampel dort hilft", sagt Fischkal. Das Abbiegen auf die B470 möge leichter werden, Stau werde es umso mehr geben.

Denn auch an der versetzten Kreuzung der B470 und der Kreisstraße Adelsdorf/Neuhaus wird es Ampeln geben. Diese werden nach Auskunft des Staatlichen Bauamts von Ende Juli bis Ende August installiert. Gleichzeitig wird die Fahrbahn der B470 erneuert. Dies geschieht dann zwischen Autobahn und St 2264 (zweite Adelsdorfer Einfahrt) an.

Die Ampeln an der B470 (Neuhaus) sind nur provisorisch geplant. Es soll ein Kreisverkehr entstehen. Pläne hat das Staatliche Bauamt auf Anfrage der FW Adelsdorf für dieses Frühjahr angekündigt. Baubeginn für den Kreisel: noch offen.